Allianz-Arena Führung
Foto von: Lennard Winterstein
Museum
Wir werden um 10:00 Uhr in die Allianz-Arena hineingelassen und begeben uns als erstes ins Museum. Bis 11:00 Uhr, dem Start der Führung ist noch genügend Zeit, sich einen guten Eindruck vom Museum des deutschen Rekordmeisters zu machen. Und das lohnt sich sehr für jeder Mann und Frau. Wer Trophäen liebt findet dort sein ersehntes Ziel. 34 Meisterschalen haben die Münchner gewonnen, jede davon ist einzeln ausgestellt. Mit einer kurzen Beschreibung und der Tabelle. Auch wenn man weiß, wie die Schale aussieht, ist es spannend, sie direkt vor sich zu sehen. Imposanter ist der Fakt, dass 34 Schalen in einer Reihe aufgestellt sind. Da kann einem glatt die Kinnlade runterklappen. Bekanntlich hat sich der FCB auch bei dem Gewinnen des DFB-Pokals nicht lumpen lassen. 20 Pokalsiege stehen in der Schatzkammer, wie man das Museum fast schon nennen kann. Teils einzeln ausgestellt, teils neben die Schale gestellt. Auch sonstige Trophäen wie der Supercup, die Klub-WM, der UEFA-Cup oder der Europapokal der Pokalsieger lassen sich finden. Nicht zu vergessen die wichtigste Trophäe auf Klubebene. Die Champions-League Trophäe. 2001, 2013, 2020. In diesen drei Jahren holte der FCB die Trophäe nach München und durfte sie stolz im Rathaus am Marienplatz seinen Fans präsentieren. Eine Extra-Würdigung kriegten das Triple 2013 und das wahrscheinlich beste Jahr des FCB, 2020. Neben dem Triple (BL, CL, Pokal) wurden der DFL-Supercup, der UEFA-Supercup und die Fifa Klub Weltmeisterschaft gewonnen. Damit holte der FCB jeden möglichen Titel. Wer aber denkt, dass das Museum nur Titel zu bieten hat, der irrt sich. In einer Sonderausstellung zum 20-jährigen Jubiläum der Allianz-Arena kann man Schritt für Schritt den Bau der Arena nachvollziehen und kriegt on top interessante Fakten. Oder wussten Sie, wie viel Bier seit der Eröffnung der Arena 2005 ausgeschenkt wurde? Wie in jedem Museum eines Fußballklubs geht man auf die Historie ein. Hier wird unteranderem die Zeit des zweiten Weltkrieges beleuchtet und die Folgen für den Klub, der als Judenklub verschmäht wurde. Zudem gibt es einen runden Bereich um zwei Klublegenden noch einmal im Detail zu präsentieren. Die Rede ist natürlich von Gerd Müller und Franz Beckenbauer. Zu beiden werden Dinge ausgestellt, zum Beispiel die Torjägerkanone von Gerd Müller oder ein Messi Trikot, dass der Argentinier als Dank dem Bomber der Nation zustellen ließ. Und noch vieles mehr. Der runde Bereich wird drumherum geziert von Sternen auf den Boden, angelehnt am Walk of Fame in Los Angeles. Hier werden wichtige Personen des Klubs geehrt, unteranderem auch Beckenbauer. Zum Fußball gehören logischerweise auch Trikots. Hier werden im Museum besondere Trikot ausgestellt, zudem kriegt man eine Übersicht über alle Trikots der Klubhistorie. Eine Übersicht gibt es zudem auch über alle Spieler, die jemals für den FCB gespielt hat, was auf jeden Fall einen längeren Anblick lohnt. Kleine Extras sind zum Beispiel ein Audi RS e-tron im Design des Heimtrikots, eine Vitrine nur für Harry Kane, ein Kino mit einem 13-minütigen Film über den FCB oder Geschichten, erzählt von Fans.
Fotos von: Lennard Winterstein
Stadionführung
Nach dem Museum ist vor der Führung. Wir starten in einem Bereich vor dem Museum und gehen direkt rein in die Arena. Wir starten in der Südkurve, für Ultras das Herzstück in der Arena. Über der Kurve hängt zudem ein Beckenbauer Trikot, das die Kurve noch besonderer macht. Nach einer kurzen Abfrage des Lieblingsvereins und einem Akustiktest kommen die ersten Fakten. Die Allianz-Arena ist die modernste Arena Deutschlands. Sie wurde 2005 gebaut und hat daher moderne Techniken als andere Stadien, die früher gebaut wurden. Das Imposanteste ist definitiv die Außenfassade. Aus Luftkissen besteht die oberste Schicht. Die Luftkissen sind sehr dünn, sind jedoch trotzdem extrem robust und können daher jedem Wind und Wetter trotzen. Was in München mit Schneefall und Co. eine gute Voraussetzung ist. Mittlerweile benutzt die Arena LED, dadurch kann sie 5 Millionen unterschiedliche Farben zeigen. Und die Münchner benutzen diese Möglichkeit oft. Zu jedem Adventswochenende und am Heiligen Abend hatte die Arena das Motiv eines Weihnachtsgeschenks, aber auch andere Aktionen gab es. Dies konnte man auch im Museum entdecken. Beispiele sind das Eröffnungsspiel der EM 2024, eine Würdigung nach dem Tod von Franz Beckenbauer, Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung oder Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Auch in Zukunft muss die Allianz-Arena die Farben öfters wechseln. Denn mindestens die nächsten drei Jahre finden die Konzerte Münchens in der Allianz-Arena statt. Sonst finden sie im Olympiastadion, der alten Heimstätte des FCB, statt, doch dieses ist aktuell Baustelle aufgrund von Renovierung Arbeiten. Außerdem kommt die NFL wie letztes Jahr wieder in die Arena. Dafür könnte das Stadion, das übrigens auch außerhalb des Ligabetriebs jeden Abend drei Stunden in rot leuchtet, wieder die Farben wechseln. Immerhin muss nicht die ganze Zeit wie bei Champions-League Spiel alles von der Allianz entfernt werden. Jegliche Werbung der Allianz in einem CL-Spiel oder DFB-Pokal, was eine Kamera erblicken könnte, muss ausgetauscht oder abgedeckt werden, da die Allianz für diese Wettbewerbe keine Rechte besitzt. Für die EM musste sogar außen der Schriftzug „Allianz-Arena“ entfernt werden. Dafür muss nach Konzerten der Rasen ausgetauscht werden, da dann Platten draufkommen. Im Herbst wird er dann erneut ausgetauscht, nachdem die NFL-Spiele stattgefunden haben. Das zahlt in dem Fall immerhin die NFL, denn so ein Hybrid-Rasen (90 % Naturrasen, 10 % Kunstrasen) kostet stolze 250.000 Euro. Für die NFL sei das aber nur "Taschengeld". Nach dem wir dann die Arena von unterschiedlichen Bereichen sahen ging es in die Katakomben. Durch den Presseraum, der einem Kino gleicht, und der Mixed-Zone, ging es Richtung Kabine. Dort waren alle Trikots der Spieler aufgehängt, mehr war aber aufgrund der Winterpause auch nicht zu entdecken. Trotzdem ein eindrucksvoller Raum. Dann gingen wir in den Spielertunnel. Für den Flair wurde die Champions-League Hymne gespielt und auf elektronischen Tafeln am Rand Spieler eingeblendet. Dann ging es Treppen hoch und raus auf den Platz. Na ja fast, auf den Rasen durfte man nicht, nur an den Rasen. Man konnte aber zur Auswechselkabine, sich hinsetzen und wie ein echter Profi fühlen. Zuletzt gingen wir noch einmal auf die Nordtribüne ehe die Tour auch wieder vorbei war. Danach konnte man reintheoretisch wieder durchs Museum, dahinter war direkt ein Fanshop. Am Schluss ging es zum Parkplatz und wieder zurück nach Hause. Insgesamt ein sehr imposantes und beeindruckendes Stadion, das auf jeden Fall einen Besuch wert ist.
Fotos von: Lennard Winterstein