Kick - Das Fußballmagazin
 
Fußballberichte

Spanien

Asllani wohl vor Wechsel nach Barcelona
Fisnik Asllani, Stürmer der Überraschungsmannschaft der aktuellen Saison, wird von seinem
eigenen Berater mit einem Wechsel nach Spanien in Verbindung gebracht.
So wird Ayman Dahmani wie folgt zitiert: “Das Interesse von Barcelona an dem Spieler ist
derzeit aktuell, und es gab bereits Kontakt seitens des katalanischen Vereins”, Asllani hatte
sogar den FC Barcelona mal als Traumverein bezeichnet. So könnte der aktuelle spanische
Meister die festgeschriebene Ausstiegsklausel von ca. 30 Millionen Euro ziehen. Asllani
kommt in dieser Saison in 26 Spielen in der Bundesliga auf acht Tore und sieben Vorlagen,
im Pokal gelangen ihm in zwei Spielen jeweils ein Tor und eine Vorlage. Für den Kosovo, mit
dem er gegen die Türkei im Playoff-Finale die Chance hat, sich noch für die WM zu
qualifizieren, gelangen ihm in 13 Spielen vier Tore. Nun folgt im Sommer womöglich der
Schritt zum glorreichen FC Barcelona, als Ersatz ist Talent Alessandro Vogt vorgesehen,
Kicksport berichtete bereits. Umso utopischer erscheint es, dass der 23 Jahre alte Asllani
letzte Saison noch beim SV Elversberg in Liga zwei gekickt hat. Bei den Katalanen ist er
dann als Ersatz für den 39 Jahre alten Altstar Robert Lewandowski vorgesehen.

MMS, 29.03.26

Jetzt also doch- Griezmann wechselt ab dem Sommer in die USA

Lange kursierten Gerüchte rund um einen Wechsel von Antoine Griezmann. Er wurde oft mit den USA in Verbindung gebracht, es wurde darüber gehandelt, ob er Atleti schon vor dem Sommer verlässt. Nun gibt es Klarheit um seine Personalie: Der Weltmeister von 2018 schließt sich ab dem Juli dieses Jahres Orlando City an. Der Tabelle 13. in der East-Conference verstärkt sich mit dem 35-Jährigen, der zum zweiten Mal Atletico verlässt, diesmal aber wahrscheinlich nicht noch einmal zurückkehren wird.

Zuletzt lief es für Griezmann sehr gut sportlich: Mit Atletico ist er Tabellen-Vierter und im Pokalfinale, auch in der Champions-League steht man im Viertelfinale. Dem 137-maligen Nationalspieler gelangen in La-Liga sieben, in der CL fünf Scorer. Fünf Tore in fünf Partien schoss er in der Copa del Rey. Er ist in einem kleinen Formhoch, bestach zuletzt mit tollen Assists wie in der CL, als er mit einer perfekten Ablage Julian Alvarez auf die Reise schickte, der beim 5:2 Erfolg im Hinspiel gegen Tottenham netzte. Das Netz feierte ihn dafür. Griezmann ist trotzdem nicht bei Les Blues für die letzten Spiele vor der WM dabei, ein Last-Dance ist bei Frankreichs Offensivdiamanten unrealistisch, doch nicht ausgeschlossen. Griezmann könnte damit noch einmal bei einer WM dabei sein, ehe er dann in Amerika bleibt, um für Orlando zu kicken. Nach insgesamt zweimal fünf, also zehn Jahren Atletico, wechselt er in die USA, bei Orlando unterschreibt er einen 4-Jahres-Vertrag und ist sehr happy darüber: "Ich freue mich sehr mit Orlando City ein neues Kapitel in meiner Karriere zu beginnen. Seit meinem ersten Gespräch mit dem Klub konnte ich viel Ehrgeiz und eine klare Vision für die Zukunft erkennen, was mich sehr angesprochen hat". 

Griezmann verlässt Atletico als eine Legende: 200 Tore bedeuten mehr als deutlich alleiniger Rekordtorschütze, ihm fehlen noch zwölf Spiele, um die 500 Spiele Marke zu knacken. Und er könnte bei Atletico zum Abschluss noch ein, zwei Titel einheimsen. In Orlando ist man verzückt vom Weltmeister, die Amerikaner lassen sich die Dienste von Griezmann auch etwas kosten. Denn der Vertrag von ihm lief bei den Hauptstädtern noch bis 2027.

LW, 24.03.2026

Kobel bei Real Kandidat als Courtois-Nachfolger

Real Madrid behält für die Zukunft den Torwartmarkt im Blick: Falls der langjährige Keeper Thibaut Courtois nicht bleibt, hat Real zwei Kandidaten. Denn: Courtois ist 33, hat nur noch bis 2027 Vertrag und hatte im letzten Sommer bei Vorstößen von den Madrilenen zu einer Vertragsverlängerung kein Interesse. Real will die Spieler nur im Blick haben und eine endgültige Entscheidung des Belgiers abwarten bevor man zuschlägt. 

Dort hat man mit Bart Verbruggen und dem BVB-Keeper Gregor Kobel zwei mögliche Kandidaten. Beide haben ihre Argumente für die Verpflichtung. Kobel bringt mit seinen 28 Jahren, reichlich Erfahrung und konstanter Form Qualitäten einer Soforthilfe mit, Verbruggen ist nur 23, müsste dadurch eher ran geführt werden, wäre aber die langfristige Lösung aufgrund der Tatsache, dass er fünf Jahre jünger ist als der Schweizer Kobel. Doch ist dies bisher alles nur Zukunftsmusik, da der La-Liga Zweite eh erst auf Courtois und seine Entscheidung warten will und muss.

LW, 25.02.2026

Lookmann bei Atletico in der Form seines Lebens

Lange war er unteranderem bei Fenerbahce gehandelt wurden, letztlich wechselte Ademola Lookman zu Atletico Madrid für 35 Millionen, er war einer der ersten großen Deals am Deadline-Day. Der von Atalanta transferierte Nigerianer schlug ein wie eine Bombe, den Deal werden sowohl Lookmann als auch Atletico auf keinen Fall bereuen. Denn er jagt Woche für Woche kontinuierlich Scorerpunkten, so auch heute gegen Club Brügge in der Champions-League, als beim 4:1 Erfolg (Dreierpack Sörloth!) nach dem 3:3 Heimspiel seiner Mannschaft nach seiner Einwechslung wichtig zum Weiterkommen ins Achtelfinale beitragen konnte.

Während für seinen Ex-Klub Atalanta Bergamo in den Playoffs nicht so gut aussieht (2:0 Hinspiel-Pleite gegen den BVB, morgen, (Mi., 24.02. 18:45 Uhr in Italien, live auf DAZN) sieht es für die Spanier und den Ex-Leipziger deutlich besser aus. Sie sind im Achtelfinale, dort konnte Lookman sowohl im Hin- als auch im Rückspiel einiges beitragen. Bei seinem CL-Debüt für Atleti stand er sofort in der Startelf und traf kurz vor der Pause zum zwischenzeitlichen 0:2 nach Assist von Griezmann. Der Weltmeister von 2018 steht übrigens kurz vor einem Wechsel nach Amerika. Orlando ist an ihm dran, sie führen Gespräche, der 34-Jährige könnte den Klub nach zwölf Jahren mit kurzer Unterbrechung (2-Jahre zwischendurch bei Barca, 2019-2021) dann sogar schon vor dem Sommer verlassen. Um den Franzosen geht es jetzt aber gar nicht, sondern um Lookman. In La-Liga bestritt er seit seinem Wechsel am 2. Februar drei Spiele, dort gelang ihm ein Treffer, am letzten Wochenende gewann der Tabellen-Vierte (drei Punkte hinter Villareal, Kicksport berichtete, siehe unten) 4:2 gegen Espanyol Barcelona, Lookman kam nach 58 Minuten nach einer Ecke angeflogen und traf zum zwischenzeitlichen 3:1. Nun, drei Tage später nach dem Heimspiel in der Liga nun das Heimspiel in der Königsklasse, dort saß der 28-Jährige das erste Mal auf der Bank, kam nach 70 Minuten rein. Eine der ersten Aktionen hatte er in Minute 76, als er nach einem Doppelpass mit Griezmann für Sörloth auflegte, der seinen Dreierpack schnürte. Danach verpasste er gar seinen eigenen Treffer. Das sind schon alles starke Statistiken. Doch wir haben Lookmans "Lieblings-Wettbewerb" vergessen. Die Copa del Rey: Im spanischen Pokal stand der in London geborene Stürmer (besitzt auch die englische Staatsbürgerschaft) zweimal auf dem Platz, zweimal lief es richtig gut. Im Viertelfinale vor drei Wochen traf Atletico auf Real Betis Sevilla, die Mannschaft von Anthony, machte es im Olimpico de la Cartuja sehr deutlich, man gewann 5:0 und zog ins Halbfinale ein. Lookman traf in Minute 37 schon zum 3:0, nach einem guten Haken schloss er trocken ab ins Eck, in der 62. assistierte er dann nach wieder einem guten Zusammenspiel mit Griezmann eben dem Franzosen, die beiden harmonieren exzellent. Im Halbfinal-Hinspiel wartete dann der große FC Barcelona, dort gelang der Mannschaft von Diogo Simeone eine Überraschung. Mit einem imposanten und verdienten 4:0 schickte man Barca nach Hause. Wer hat wieder zwei Scorer gemacht? Natürlich Ademola Lookman! Nach einem Eigentor von Garcia und einem Treffer von Griezmann schob Lookman den Ball ein, 3:0, 34. Und noch vor der Pause entschied Atletico das Spiel mit dem 4:0, diesmal hatte er das Auge für einen Weltmeister von 2022, Julian Alvarez, der stark abschloss und sein erstes Tor in 2026 erzielte. 

Damit sieht es für Lookman richtig gut aus, wir haben hier unten noch einmal die Statistiken zusammengefasst. Für seinen Arbeitgeber, den Stadtrivalen von Real, sieht es auch dank dem wahrscheinlich besten Transfers des Winter richtig gut aus. In der Liga ist man auf Champions-League Kurs (sechs Punkte vor dem 5., Real Betis), in der CL ist man nun seit heute im Achtelfinale und in der Copa del Rey so gut wie im Finale. Am 3. März wartet noch das Rückspiel im Camp Nou, doch mit dem 4:0 Puffer und den überragenden Griezmann, Sörloth und natürlich Lookman (!) sollte dies kein Problem mehr sein.

LW, 24.02.2026

Phänomen Villareal: CL flop, Liga top

Zugegebenermaßen, die Champions-League und Villareal diesen Jahr war nichts. Einen Punkt (gegen Juve, 2:2) sammelten die Spanier in acht Spielen und wurden damit Vorletzter. Und nur nicht Letzter, weil Qairat Almaty eine noch schlechtere Tordifferenz hatte. In der Liga dagegen sieht es ganz anders aus für Coach Garcia Toral Marcelino und seine Mannschaft. Denn dort steht Villareal auf dem dritten Platz mit 48 Punkten nach 24 Spielen, also im Schnitt 2,00 Punkte pro Spiel (!). Damit steht Villareal drei Punkte vor Atletico und auf einen direkten Champions-League Platz. Der fünfte Platz gleichbedeutend mit der Euro-League, Real Betis, ist gar sieben Punkte entfernt. Eine verblüffende Konstellation.

Es gibt viele Mannschaften, die wenn sie in der Liga nichts reißen, halt international überraschend. Paradebeispiel Eintracht Frankfurt in der Saison 2021/22, als die SGE unter Oliver Glasner nur Elfter in der Liga wurde, jedoch (u. a. nach Viertelfinal-Coup gegen Barca) die Europa-League gewann. Dadurch durften die Frankfurter im darauffolgenden Jahr sogar in der Königsklasse spielen. Villareal macht genau das Gegenteil. In der CL Vorletzter, in der Copa del Rey flog man im Viertelfinale gegen Bilbao raus. Und in der Liga Dritter.  

Viele Fans behaupten, dass dieser Fakt einfach zeige, dass die La-Liga außer Real Madrid, Barca und Atletico nichts zu bieten habe. Doch dies stimmt nicht so ganz. Zur Wahrheit gehört in der Champions-League das Villareal nicht das Leichteste Programm hatte und gegen Leverkusen, Man City, Tottenham (dort verlor man nur durch einen Torwart-Patzer) und Dortmund der klare Underdog war und dementsprechend verlor. Da Villareal in den direkten Duellen gegen Pafos, Kopenhagen und Ajax patzte war der Drops schnell gelutscht. Da reicht ein Remis gegen Juve einfach nicht. Die Spiele waren aber oft auch knapp, ein Tor fehlte, Villareal fehlte das Quäntchen Glück. Und an sich hat Villareal nicht den Anspruch, weit in der Königsklasse zu kommen. In diese werden sie aber nächstes Jahr höchstwahrscheinlich kommen. Es gibt nicht viele Erklärungen, zumal Villareal Real schon hinter sich hat, von den großen Klubs fehlen nur noch Barca und Atletico.  Ein kaum erklärbares Phänomen, dass sich aktuell in Villareal abspielt. Wird ihnen und den Fans aber auch egal sein, denn in La Liga läuft es.

LW, 21.02.2026

Ein 2-Monate alter, sehr interessanter Kommentar von MMS


Die Peinlichen?
Was ist los bei Real Madrid?

Real Madrid liefert aktuell Schlagzeilen, im Moment jedoch ausschließlich negative. Wie die
“Königlichen” sich ihren Ruf versauen. Ein Kommentar über den Umgang des 15-maligen
CL-Siegers mit Trainern, Spielern und Schiedsrichtern, der einen neuen Höhepunkt erreicht
hat, so ausführlich wie nie zuvor.
Unsere Reise beginnt am 28.10.2024. Der Tag der Ballon d´Or Verleihung. Als
amtierender CL-Sieger leistet sich Real einen unverzeihlichen Fehler. Nachdem die ersten
Spatzen von den Dächern pfeifen, dass Rodri den Ballon d´Or gewinnt und nicht Real-Profi
Vini, entscheiden sich die Madrilenen dazu, der Veranstaltung fern zu bleiben. Selbst eine
Übertragung im Klub-TV wird gestoppt. Und das obwohl der damalige Trainer Carlo Ancelotti
Trainer des Jahres, Real Madrid selbst Mannschaft des Jahres und Neuzugang Mbappe
(jedoch für seine Verdienste bei PSG und der EM) die Gerd-Müller-Trophäe gewann. Man
hatte sich einem Spieler unterworfen als Real Madrid.
Am 26.04.2025, einen Tag vor dem spanischen Pokalfinale, bricht Schiedsrichter Ricardo
de Burgos Bengoetxea auf der Pressekonferenz in Tränen aus. Grund? Der TV-Sender von
Real Madrid hatte den Basken scharf kritisiert und mit der Auswertung von Siegquoten von
Erzrivale Barca und Real Madrid selbst unter Leitung von de Burgos Bengoetxea, sowie
dem Fakt, dass er noch nie ein CL-Spiel oder ein Spiel bei einem Turnier der FIFA gepfiffen
hatte argumentiert. Der öffentliche Druck wurde dann zu groß und so kam es zum
emotionalen Zusammenbruch. Real boykottiert Termine vor dem Spiel, es gibt sogar
Gerüchte, dass die Königlichen das Spiel gänzlich absagen werden. Schon im Februar 2025
hatte Real Madrid Schiedsrichter ähnlich hart angegangen, was sogar zu Morddrohungen
gegen einen Schiedsrichter geführt hatte.
22.09.2025, Real Madrid fehlt trotz drei nominierten Spielern (Bellingham, Mbappe, Vini)
schon wieder bei der Ballon d'Or Verleihung. Man hat den Schock vom letzten Jahr immer
noch nicht verkraftet. Auch der Fakt, dass jetzt auch die UEFA bei der Gala mit im Boot sitzt,
stört die Verantwortlichen der Königlichen, schließlich sind die Fronten zwischen beiden
Parteien nach dem Streit um die Super League immer noch verhärtet.
13.01.2026, nach nur einem halben Jahr trennen sich die Wege von Real Madrid und
Xabi Alonso einvernehmlich, mit großen Vorschusslorbeeren aus Leverkusen verpflichtet im
Sommer 2025, mit immer noch realistischen Chancen auf das Triple. Der Eklat bei der
Pokalübergabe nach dem Finale des spanischen Supercups, bei dem Führungsspieler
Mbappe und Trainer Alonso öffentlich gravierende Meinungsverschiedenheiten aufgezeigt
haben, zeigte klar, dass die Mannschaft nicht mehr hinter ihrem Cheftrainer steht. Und so
trennen sich die Wege einvernehmlich.
Ein Armutszeugnis für Real Madrid? Ein ehemaliger Madrilene, Santiago Canizares meinte
zur Krise der Madrilenen folgendes: “Man hat sich Vinicius ausgeliefert an dem Tag 2024,
als Florentino Perez entschied, keine Delegation zur Ballon-d’Or-Gala nach Paris zu
schicken, weil Vinicius nicht gewonnen hatte. Dass Mannschaft und Trainer ausgezeichnet
wurden, war Perez egal“. Weiter führte er gegenüber dem Kicker aus: „Die Außenwirkung
war fatal, marketingtechnisch, organisatorisch war das ein Riesenfehler. Man stellte die
Interessen von Vinicius über die des Vereins, das war eine ganz, ganz schlechte
Entscheidung. Seitdem ist im Klub der Zusammenhalt nicht wie früher, es gibt mehr Egos,
mehr Hahnenkämpfe, mehr Uneinigkeit“
Auf jeden Fall muss Real Madrid wie auch beim 6:1-Sieg gegen Monaco in der CL
geschehen, nun wieder die altbekannte Selbstverständlichkeit, Brillanz und das gewisse
etwas Königliche, dass den 15-maligen CL-Sieger so einzigartig macht wieder vorweisen,
denn so wird die Saison vielleicht noch einen versöhnlichen, den Madrilenen würdigen
Abschluss erhalten. Nichtsdestotrotz ist auch bei Real Madrid niemand größer als der
Verein.
MMS, 21.01.2026