3. Bundesliga
MSV Duisburg auf dem Vormarsch
Der MSV Duisburg, war schon lange abgeschrieben in Westdeutschland, besticht in der 3.
Liga, wohlgemerkt als Aufsteiger, jedoch bräuchte der Neuanfang in der dritten Liga erst
einen Absturz, der seinesgleichen sucht.
Sonntag, der 12. Mai 2019: 14.392 Menschen sehen, wie der Traditionsverein aus dem
Ruhrpott mit 3:4 gegen Heidenheim verliert. Diese Niederlage besiegelte den Abstieg in Liga
drei.
Der MSV möchte dann laut eigener Aussage Talenten und Jugend eine Chance in der
Mannschaft geben und tut das dann auch. Und das zahlt sich aus: Unter Thorsten
Lieberknecht dominiert man in der Hinrunde (38 Punkte nach 19 Spielen), in der Rückrunde
lassen die Zebras häufiger Punkte liegen. Und dann kam es, wie es kommen musste: Am
37. Spieltag ging es gegen den Spitzenreiter, die Reserve des FC Bayern München, der
MSV führte 2:1. Dann in Minute 90+2 schoss jedoch ein gewisser Leon Dajaku die
Münchner zum Ausgleich. Am 38. Spieltag, dem letzten Spieltag, reichte den Zebras auch
kein 4:0-Sieg gegen Unterhaching mehr zum Relegationsplatz. Hätte man gegen die
Bayern-Reserve gewonnen, wäre man Meister geworden und aufgestiegen, die direkte
Rückkehr wäre gelungen.
20/21 steht man nur auf dem 15. Platz nach einer katastrophalen Hinrunde, Lieberknecht
wird entlassen, Marvin Composer übernimmt für ein Spiel interimsweise, danach Gino
Lettieri (war bereits vom 01.07.2014 bis zum 02.11.2015 Trainer) für zwei Monate und dann
Pavel Dotchev.
Der Bulgare bleibt nur acht Monate, am 07.10.2021 wird er entlassen. Uwe Schubert
übernimmt interimsweise für ein Spiel, Hagen Schmidt übernimmt, kurz vor Saisonende ist
er nicht mehr weiter MSV-Trainer. Torsten Ziegner übernimmt. Der MSV Duisburg beendete
die Saison wieder auf dem 15. Platz mit nur fünf Punkten Vorsprung auf den ersten
Abstiegsplatz.
22/23 dann eine relativ ruhige Saison: die Zebras landen am Ende der Saison relativ
komfortabel auf Platz zwölf.
Zum Beginn der Saison 23/24, am 16.09.2023, ist für Ziegner nach einem Jahr und vier
Monaten wieder Schluss in Duisburg. Bisheriger Trainer der A-Junioren, Engin Vural,
übernimmt interimsweise für vier Spiele das Ruder beim MSV. Für ein halbes Jahr (24
Spiele) kommt Boris Schommers aus Düren. Als es immer prekärer um den MSV steht im
Abstiegskampf, übernimmt Uwe Schubert nach der Entlassung von Schommers
interimsweise für vier Spiele. Doch auch er kann die Wende nicht herbeiführen. Der
Meidericher Spielverein 02 e.V. Duisburg steigt tatsächlich in die Regionalliga ab mit nur 34
Punkten als 18. Platz.
Was für ein Schock für den Verein. Für die Stadt. Für Fußball-Deutschland. Es musste ein
Neuanfang her. Und ein direkter Wiederaufstieg, es steht immer noch nicht finanziell
einwandfrei um den MSV. Am 01.07.2024 holen die Zebras mit Dietmar Hirsch einen neuen
Mann an Bord. Ganz wichtig zu erwähnen: bereits am 19.01.2024 wurde Michael Preetz
Geschäftsführer und hatte somit auch einen wichtigen Anteil an den aktuellen Erfolgen.
Schlussendlich steigen die Meidericher ohne Probleme hochverdient wieder in Liga drei auf.
Ein Zuschauerschnitt von 16.959 Zuschauern und Zuschauerinnen in der Regionalliga ist
und bleibt ein Novum.
Aktuell sind die Zebras zweiter Platz, einen Punkt hinter Spitzenreiter Energie Cottbus in
einem engen Aufstiegsrennen. Bei den Zebras herrscht eine gute Mischung aus Erfahrung
und Talent vor. Im Tor besticht Talent Maximilian Braune, vorne laufen Patrick Sussek, Conor
Noß und Winter-Neuzugang Lex-Tyger Lobinger auf Hochtouren.
Vor allem zu Hause ist der MSV Duisburg eine Macht, man ist in der
Schauinsland-Reisen-Arena noch ungeschlagen. Ein Zuschauerschnitt von 22.099
Zuschauern und Zuschauerinnen lässt sich sehen.
Wenn der MSV so weiter macht, erscheint eine Rückkehr nach sieben Jahren Abwesenheit
in Liga zwei kaum mehr unwahrscheinlich.
MMS, 09.02.2026