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Afrika-Cup 2025 Halbfinale

Prognose und ausführliche Analyse
Der Afrika-Cup: ein Turnier, das häufig unterschlagen wird in Europa. Dies liegt vor allem
daran, dass das Turnier in Teilen in einer entscheidenden Saisonphase des internationalen
Klubfußballs stattfindet, sprich es gibt keine Länderspielpause in Europa. Die betreffenden
Spieler reisen von ihren Vereinen zur Nationalmannschaft ab und fehlen so, was häufig
entscheidend sein kann für den Saisonverlauf und die Endplatzierung eines Vereins, von
dem viele oder wichtige Spieler bei der Nationalelf weilen. Dies kann natürlich durch andere
Spieler innerhalb des jeweiligen Vereins aufgefangen werden, trotzdem besteht die
Problematik weiterhin, nicht ohne Grund haben sich in der Vergangenheit viele Trainer
darüber beschwert.
Der Afrika-Cup ist ein sportlich sehr bedeutendes Turnier bei dem viele weltklassige Spieler
zum Einsatz kommen und brillieren, nicht zuletzt ist der Wettbewerb einzigartig und zugleich
auch spannend. Und bezüglich der oben genannten Problematik: selbstverständlich zählen
die Interessen der Spieler und teilnehmenden Länder genauso wie die der Vereine.
Dieses Mal haben der Senegal, Ägypten, Nigeria und Gastgeber Marokko es in das
Halbfinale geschafft.

Senegal vs. Ägypten
Der Senegal setzte sich in der Gruppenphase gegen Botsuana und Benin souverän (jeweils
3:0) durch und spielte gegen DR Kongo unentschieden (1:1). Als erster Platz der Gruppe D
bekam man es mit dem Sudan (3. Platz in Gruppe E hinter Burkina Faso und Algerien) zu
tun. Wenig überraschend gaben sich die Löwen von Teranga keine Blöße und gewannen
(3:1) trotz des Fehlens von Kapitän Koulibaly. Im Viertelfinale wartete Mali (2. Platz in
Gruppe A hinter Marokko; Tunesien mit 3:2 besiegt im Achtelfinale), welches das Team um
Altstar Mané mit 1:0 in Überzahl durch einen Torwartfehler besiegte.
Ägypten tat sich im Auftaktspiel sehr schwer gegen Underdog Simbabwe (2:1) und wurde
erst spät erlöst (90+1) durch Starspieler Mo Salah. Gegen Südafrika entschied ein
Salah-Elfmeter das Spiel (1:0), welches die Pharaonen eine Halbzeit lang in Unterzahl
bestreiten mussten. Das letzte Spiel in der Gruppenphase gegen Angola endete trotz
reichlich Rotation auf Seiten des Favoriten mit 0:0. So kam es, dass das Team um
Ex-Frankfurter Marmoush im Achtelfinale gegen
den Benin (3. Platz in Gruppe D hinter Senegal und DR Kongo) antreten musste und
schließlich mit viel Arbeit und Mühe gegen den mutigen Underdog 3:1 nach Verlängerung
gewann. Im Viertelfinale wartete WM-Gegner Deutschlands und Titelverteidiger
Elfenbeinküste (1. Platz in Gruppe F, Burkina Faso im Achtelfinale mit 3:0 besiegt), denen
vor allem Salah mit einem Tor und einer Vorlage die Grenzen aufzeigte in einem
spannenden Match (3:2).
Prognose: Ägypten kommt knapp weiter.
Warum?
Ägypten besticht durch eine stabile Defensive und hat im Sturm die Topstars Salah
(4 Tore) und Marmoush (2 Tore), des weiteren haben sie ihrer Qualität Ausdruck verliehen
durch den Sieg gegen Titelverteidiger Elfenbeinküste. Der Senegal war gegen die kleineren
Gegner souverän - gegen Mali musste gezittert werden und gegen DR Kongo gab es ein
Unentschieden. Des weiteren hatten die Löwen von Teranga noch keinen echten
Gradmesser, der fünfmalige Afrika-Cup Sieger Ägypten setzte sich gegen die beiden, denen
man begegnet ist (Südafrika, Elfenbeinküste) jeweils durch. Beim Sieger von 2022 ist Mané
nicht mehr in seiner besten Karrierephase und Jackson ist zu inkonstant. Auch wenn die
Abwehr Senegals auch meist stabil war, denke ich, dass Ägypten die Neuauflage des
Finales von 2022 knapp gewinnt (Bilanz Afrika-Cup: zwei Siege Ägypten, ein
Unentschieden, zwei Siege Senegal).
Mein Tipp: 1:0 für Ägypten
Nigeria vs Marokko
Nigeria, zuletzt 2013 Sieger des Turniers, gewann den Auftakt gegen Tansania mit 2:1, hätte
jedoch auch höher gewinnen können. Die Super Eagles gewannen auch nach 3:0-Führung
schlussendlich noch mit 3:2 gegen den ersten richtigen Gradmesser aus Tunesien dank drei
Lookman-Scorern und machten schon so vorzeitig den Einzug ins Achtelfinale klar. Auch
Uganda war keine große Hürde für den dreimaligen Champion, in Überzahl gewannen sie
3:1. Nach der perfekten Gruppenphase wartete Mosambik (3. Platz Gruppe F hinter
Elfenbeinküste und Kamerun), die der Favorit aber ganz deutlich mit 4:0 abschoss, es hätte
auch höher ausgehen können, Mosambik war weit unterlegen. Die einzigen beiden bis dato
makellosen Teams trafen im Viertelfinale aufeinander: Nigeria und Algerien (1. Platz in
Gruppe E, im Achtelfinale DR Kongo 1:0 besiegt nach Verlängerung). Spannung? Denkste!
Osimhen, Lookman und Co gewannen 2:0 gegen chancenlose Wüstenfüchse, es hätte viel
höher ausfallen müssen.
Marokko, Gastgeber des diesjährigen Turniers und der Favorit auf den Titel tat sich zunächst
schwer gegen die Komoren im Eröffnungsspiel, gewann dann jedoch mit 2:0 mit einem
traumhaften Fallrückziehertor von El Kaabi. Im zweiten Spiel kassierten die Löwen vom
Atlas ihr bisher einziges Gegentor(!) im ganzen Turnier. Gegen Mali gab es “nur” ein 1:1.
Im letzten Spiel der Gruppenphase gewann der WM-Vierte gegen Sambia mit 3:0, El Kaabi
wieder mit einem grandiosen Fallrückziehertor und Afrikas Fußballer des Jahres, Achraf
Hakimi feierte sein Comeback nach Verletzungspause. Im Achtelfinale wartete Underdog
Tansania (3. Platz Gruppe C hinter Nigeria und Tunesien), welche durch den goldenen
Treffer von Brahim Diaz und viel Mühe verdient aus dem Turnier gekegelt wurden. Damit war
der erste Viertelfinaleinzug seit 2017 eingetütet. Im Viertelfinale wartete Kamerun (2. Platz
Gruppe F hinter Elfenbeinküste, im Achtelfinale Südafrika 1:0 besiegt), das bis dato wohl
größte Schwergewicht. Zwei Standard-Tore waren spielentscheidend gegen harmlose
Löwen (2:0). Und so steht Marokko das erste Mal seit 2004 wieder im Halbfinale.
Prognose: Marokko kommt knapp weiter
Warum?
Nigeria ist leichter Underdog, sie haben aber das Sturmduo Lookmann (3 Tore) +
Osimhen (4 Tore), desweiteren haben sie Algerien, die davor makellos waren, dominiert und
an die Wand gespielt, was auch andere Mannschaften zu spüren bekamen. Letzteres kann
man auch über Marokko sagen, häufig gelang dies jedoch nur mit viel Mühe. Die Qualität
der Löwen vom Atlas ist unbestritten riesig, sie sind WM-Vierter, Turnier-Favorit, Gastgeber
und sie stellen den bisherigen Top-Torjäger Brahim Diaz (5 Tore) und auch El Kaabi ist nicht
zu unterschätzen (3 Tore). Noch dazu haben sie erst ein Gegentor (!) im gesamten Turnier
gefangen und mit Bono einen extrem sicheren Rückhalt. Als wäre das nicht alles ist auch
Afrikas Fußballer des Jahres, Achraf Hakimi, zurück. Deshalb denke ich, dass die Super
Eagles hier den Kürzeren ziehen werden. (Bilanz Afrika-Cup: 2 Siege Nigeria, 3 Siege
Marokko)
Mein Tipp: 2:1 für Marokko nach Verlängerung
Mögliches Finale
Ägypten vs Marokko
Ich denke, Marokko würde dieses Finale mit 1:0 gewinnen, da ich Marokkos Qualität hier als
zu stark für Ägypten einschätze. Die Pharaonen verlieren wie 2022 wiederholt das Endspiel.
Das Marokko Gastgeber ist, kommt wie schon im gesamten Turnier hinzu und sollte sie noch
mehr pushen.
Vielen lieben Dank an jeden einzelnen Leser/ jede einzelne Leserin!
MMS

Die Viertelfinale-Spiele des Africa-Cups verpasst? Kein Problem, hier könnt ihr euch noch einmal die Highlights angucken und euch damit perfekt auf die kommenden Halbfinale-Begegnungen vorbereiten.