Kick - Das Fußballmagazin
 
Fußballberichte

Eintracht Frankfurt Archiv


Eintracht Frankfurt in der Krise
24.01.2026: Ergänzung zum Bericht vom Vortag: Gegen Hoffenheim verliert die SGE erneut, fängt wieder drei Gegentore und die Probleme wiederholen sich bzw. werden noch einmal klar aufgezeigt. Die Fans reagieren entsprechend mit lauten Pfiffen, die Stimmung ist in Frankfurt am Kippen.

Die letzten 7 Tage zum Vergessen

Feed
22.01.2026, 13:00

Schmitt trainiert auch gegen Hoffenheim


21.01.2026, 20:50

Eintracht fliegt aus der Königsklasse raus


18.01.2026, 12:20

Schmitt und Maier übernehmen


18.01.2026, 12:10

Topmöller fliegt raus


16.01.2026, 22:30

3:3 in Bremen





Diese Probleme beschäftigen die Eintracht
Die schwache Defensive
Von den Spielern her ist Eintracht sehr gut aufgestellt in der Defensive. Mit Theate, Kristensen, Koch, Collins, Brown hat man von den Namen und Einzelspielern fast eine der besten Defensiven der Liga. Doch in der Realität sieht das ganz anders aus: Die SGE teilt sich mit den Heidenheimer den Titel "Schlechteste Abwehr der Liga". Eigentlich keine Tatsache, ,auf die man stolz sein sollte. 39 Gegentore nach 18 Spielen sprechen für sich. Allein dieses Jahr fing die Eintracht in vier Spielen immer drei Gegentore, sprich zwölf Gegentore. Auch in der Königsklasse fing man 19 Gegentore, kein Team fing mehr. Die Frankfurter, letztes Jahr noch in die CL marschiert ist nun eine wahrhaftige Schießbude. 59 Gegentore fingen die Frankfurter in allen Pflichtspielen und es ist nur gut die Hälfte der Saison gespielt (!!). So viel hat kein anderes Team in den Top-5 Ligen gefangen. Also auch nicht der letzte Platz aus Italien oder den Niederlanden. Zum Vergleich: Letzte Saison fing die SGE insgesamt nur sechs Gegentore mehr. Wenn es so weitergeht bei den Adlerträgern ist man in zwei Spielen bei diesem Wert angelangt. Doch woran liegt es. Personell hat sich hinten eigentlich nichts getan. Doch die Schlüsselspieler bleiben hinter ihren Möglichkeiten. Arthur Theate ist trotzdem noch ein Leader, doch er leistet sich mehr Fehler als letzte Saison. Nnmadi Collins bleibt seit seiner Nominierung für Deutschland hinter seinen Möglichkeiten und ist in ein sportliches Loch gefallen. Paradebeispiel sein Fehlpass gegen den HSV vor der Winterpause. Robin Koch, letztes Jahr Führungsspieler hat seine Souveränität verloren und macht zu viele Fehler, bleibt zudem aber auch viel zu blass auf dem Platz. Kristensen bringt dem Team immer Schwung, durch seine Kämpferart. Jedoch fehlte der Däne zu oft aufgrund von Verletzungen. Kaua Santos rückte für Zetterer ins Tor und strahlt auch zu wenig Ruhe aus, leistete sich gegen den VfB erneut Fehler. Diese Ausstrahlung wirkt sich natürlich auch auf die Vorderleute aus, zudem liegt es natürlich auch an ihm, dass die Frankfurter zuletzt so oft einen Gegentreffer hinnehmen mussten. Aurele Amenda trifft keine Schuld, da er nur Einwechselspieler und wenn eigentlich relativ souverän war. Elias Baum hatte nur einen Einsatz und verletzte sich direkt. Und der einzige konstante Spieler bei der SGE in der Defensive ist Nathaniel Brown. Der Außenverteidiger mauserte sich zum Nationalspieler und überzeugte Woche für Woche mit starker Laufleistung, Kampf und starken Assists. Highlight definitiv seine Leistung gegen Barca, als er Lamine Yamal in seiner Hosentasche verschwinden ließ. Barca war (Ausnahme BVB Anfang des Jahres) eine der letzten starken Spiele der SGE. Dort konnten die Frankfurter Barca durch Teamgeist, Wille und guter Defensive Barca lange ärgern. Von solch einer Leistung kann man aktuell bei den Hessen nur träumen.
Es fehlt ein verlängerter Arm
Zudem hatte man unter Topmöller das Gefühl, dass auf dem Platz ein Leader fehlt. Neben uns empfand das auch Martin Harnik so: "Bei Frankfurt fehlt ein verlängerter Arm". Letzte Saison war dies Robin Koch, der jedoch diese Saison enttöuscht. Aufgrund von zwei Aspekten. Erstens seine Leistungen. Der Abwehrchef leistet sich zu viele Fehler und macht das, was ein Abwehrchef nicht sollte. Er sollte eigentlich Souveränität ausstrahlen, doch aktuell ist er zu nervös und dies wirkt sich auch auf seine Nebenmänner aus. Zweiter Punkt, seine Erscheinung auf dem Platz. Ging er letzte Saison auch verbal voran ist er diese Spielzeit auf dem Feld fast unsichtbar. Keine Zeichen, kein Vorangehen, keine Anzeichen von einem Leader. Dadurch fehlt der Abwehr, die auch teils aus jungen Spielern besteht ein Leiter. Und so fehlte halt Topmöller die Verbindung zwischen ihm und der Mannschaft, explizit in der Defensive. Zum anderen muss man sagen, wenn Koch diese Rolle nicht ausfüllt, muss das ein anderer übernehmen. Doch viele machen dafür im Kader nicht die Anzeichen, ein Theate, gut geeignet für eine Leader-Position, füllt sie nicht aus. So ist die Eintracht auf dem ganzen Feld teils ohne Plan, was auch die Einbrüche nach Führung gegen Stuttgart und Bremen erklären. Auch einer der Gründe, weshalb Topmöller flog. Er bekam es nicht hin, die Mannschaft von außen zu leiten, wurde aber auch von seinen Schlüsselspielern in Stich gelassen, da sie keine Verantwortung übernahmen. Diese Rolle als Leader wäre natürlich gut für ein Innenverteidiger, diese kann aber auch ein Sechser übernehmen. Damit wären wir beim nächsten Problem.
Mittelfeldkoordinator?
Und das heißt Mittelfeld. Der SGE fehlt auch im Mittelfeld der kluge Kopf, der das Spiel leitet und ordnet. Larsson, zuletzt zu schwankig, und Höjlund, der zu wenig Chancen in der Startelf bekommt, können diese Rolle aufgrund ihres Alters noch nicht annehmen. Skhiri hat die Erfahrung, macht aber aktuell in seiner Karriere Rückschritte, nach starken Köln Jahren wurde er bei der Eintracht immer unauffälliger. Götze und Chaibi sind zu offensiv und Dahoud ist selbst zu schwankig, um dafür in Frage zu kommen. Und wen hat dann die Eintracht für die Sechser Position, als Koordinator. Richtig, keinen? Unbestritten gelangen Krösche mit Ebnoutallib (aktuell verletzt), Kalimuendo und Amaimouni-Echghouyab starke Transfers, die direkt einschlugen. In drei Spielen gelang jedem Neuzugang ein (Ebnoutalib (ein tOR9, verletzte sich im zweiten Spiel aber auch direkt) oder zwei Scorer (Amaimouni und Kalimuendo, jeweils ein Tor und eine Vorlage). Doch trotzdem hat die SGE eigentlich auf dem Transfermarkt noch Handlungsbedarf. Ein erfahrener IV wäre gut, um die Abwehrstärke zu beheben. Aber es liegt ja nicht alles an der Abwehr. Die Hinter Arbeit des Mittelfelds ist teilweise katastrophal. Die Lücken vor der Abwehr sind zu groß, die Gegner haben zu viel Freiraum vor dem Sechszehner. Auch Schuld der Sechser. Nach vorne stockt es gegen tiefstehende Gegner schon seit Jahren mit der Kreativität, dagegen getan wurde seit Jahren nichts. Krösche folgt in seiner Transferpolitik dem Prinzip, "Angriff ist die beste Verteidigung". Problematisch wird es nur wenn die Offensive zwei oder drei Tore schießt und es trotzdem nicht gelingt einen Dreier einzufahren. Dann sollte man keinen neuen Stürmer kaufen sondern sich mal hinten umschauen. Und meiner Meinung nach ist die Abwehr personell gut aufgebaut. Die Eintracht aus Frankfurt braucht sowohl für den Aufbau und die Kreativität als auch die Ordnung einen klassischen Mittelfeldkoordinator. Das fehlt im Kader, es ist das fehlende Puzzlestück, ohne das, siehe aktuell, vieles zusammenbricht. Bis zum 2. Februar hat Krösche und seine Scouts noch Zeit, eine anständige Lösung zu finden, um dieses langanhaltende Problem endlich zu beenden, um mehr Stabilität und Ordnung in das teils vogelwilde Spiel der Eintracht zu bekommen.
Formflaute
Dazu kommen neben den schlechten Leistungen und den Problemen halt einfach die Ergebnisse, die aber einfach auch das Ergebnis und die logische Folge von dem sind, was aktuell im Eintracht Kader schief läuft. Der letzte Sieg wurde an Spieltag 14 gegen Augsburg eingefahren, als die SGE sich zu einem 1:0 stotterte und sich aus einer Mini-Krise befreite. Denn davor wurde bereits in vier Spielen nur ein Remis eingefahren (unteranderem 6:0 in Leipzig, 3:0 zuhause gegen Atalanta). Ein Spiel, gehört zur Wahrheit dazu, war aber auch das knappe 2:1 in Barcelona, wo die Eintracht einer der besten Saisonleistungen zeigte. Nach dem knappen Erfolg gegen Augsburg ging es nun aber bis heute wieder bergab. In Hamburg holte man in keinem guten Spiel einen Punkt, gegen den BVB spielte man sehr stark, die Hoffnungen auf eine bessere Phase kamen bei den Frankfurt Anhängern kam hoch, verspielte aber in letzter Sekunde den Dreier und holte nur einen Punkt. Doch anstatt es dann besser zu machen und sich endlich wieder einen Dreier zu holen vermasselte man es in Stuttgart. Man spielte zu Beginn gut, brach nach Santos Patzer und dem 1:1 ein und gab das Spiel her, 3:2 Niederlage. Gegen Bremen dasselbe Muster, wieder Einbruch nach dem Ausgleich nach zuvor gutem Start, diesmal 3:3. Aber nur durch ein glücklichen Last Minute Treffer, denn man war klar unterlegen und ergaunerte sich letztlich einen Punkt aus der Hansestadt. Das nach Topmöllers Entlassung Dennis Schmitt und Alex Maier innerhalb von drei Tagen viel ändern können ist logisch. Doch auch die Niederlage in Agdam ist ärgerlich. Es war kein gutes Spiel, doch nach gut 75 Minuten führt man. Anstatt einfach glücklich einen Dreier einzufahren und sich Restchancen zu bewahren gibt man erneut ein Spiel nach Führung her. Das es 2:.2 steht oder doch 3:2 machte dann letztlich keinen großen Unterschied in der Tabelle, doch trotzdem bestätigt es die Form der letzten Zeit. Nun spielt man gegen Hoffenheim. Die CL-Plätze. auf denen der Gegner aus Sinsheim steht, sind aktuell weit weg. Natürlich ist die SGE noch siebter und es ist nicht alles schlecht. Auch Dennis Schmitt sagte "Es wirkt als wäre wir kurz vor einem Abstiegsplatz": Tabellarisch ist Meckern auf hohem Niveau, erst recht in Frankfurt. Aber man steht auch nur da oben aufgrund eines guten Starts. Und die letzten zwei Monate (Ausnahme Barcelona und Dortmund) machen einem aus Frankfurter Sicht Sorgen. Zuhause gegen Hoffenheim (Samstag, 24.01.2026 15:30 Uhr) braucht man nun dringend den Turnaround. Sportlich, aber auch für die Moral. Doch es gibt leichtere Aufbaugegner als die formstarken Hoffenheimer, die mit 33 Punkten von Rang drei grüßen.
LW, 23.01.2026

LW, 11.01.2026

Ebnoutalib überzeugt beim Debüt
Der Frankfurter Bub kehrt zurück zu seinen Wurzeln. Younes Ebnoutalib kommt zurück zu dem Ort, wo er geboren wurde. Der von Elversberg transferierte Stürmer feierte gegen den BVB sein Bundesligadebüt und konnte direkt netzen. Dieses Tor unterstrich seine starke Leistung und belohnte den 1,91 Meter hohen Stürmer. Denn dieser überzeugte vorher durch einen starken Willen. In jeden Zweikampf wurde sich geworfen, für jedes Anlaufen war er sich nicht zu schade. Die Fans, bei denen er aufgrund seiner Wurzeln und Verbindung zu Frankfurt eh einen Stein im Brett hat, honorierten das entsprechend. Von Topmöller bekam er das Vertrauen und zahlte das direkt zurück. Er durfte durchspielen und schoss direkt sein erstes BL-Tor. In der 71. Minute stürmte er aufs Tor zu, nachdem er zuvor vom Debütanten Kalimuendo sensationell in Szene gesetzt wurde. Im Laufduell mit Anton verlor er nicht die Nerven und nach einer Ballrolle schloss er cool vor Kobel ab, zwischen die Arme, über den Kopf, der Schweizer Schlussmann ohne Chance. Er leitete das SGE-Comeback ein, die dann das Spiel in der Nachspielzeit durch Mo Dahoud drehten. Der BVB schaffte es jedoch, ebenfalls in der Nachspielzeit, auszugleichen. Nach dem Spiel überwog bei Ebnoutalib jedoch trotzdem der Stolz, auch wenn er sich natürlich über den späten Ausgleich ärgerte. "Dass ich direkt beim Debüt ein Tor schieße, ist ein krasses Gefühl"; so der Mittelstürmer. Trainer Topmöller bringt es passend auf den Punkt "Er ist dahingegangen, wo es wehtut". Nach dem Spiel gab es noch das Trikot für den Bruder und ein Schuhversprechen an einen jungen Fan, da der 22-Jährige, vor ein bisschen mehr als einem Jahr noch Regionalliga bei Gießen gespielt, nur ein Schuhpaar besitzt. Wenn die Nummer 11 der SGE aber an seine Leistungen anknüpft kann er sich bald ganz viele Ersatzpaare Schuhe kaufen. Denn sein Auftritt gegen Dortmund macht Lust auf mehr.