Union Berlin Archiv
Was Union aktuell so stark macht
Beim 1. FC Union Berlin läuft es aktuell sehr gut. Die Eisernen stehen aktuell auf Platz neun, sind seit fünf Spielen ohne Pleite, haben 24 Punkte, sind also elf Punkte vor dem Relegationsplatz und damit ein sehr dickes Polster. Und in der Theorie ist es nur fünf Punkte auf Rang sechs, auf Leverkusen, die aber auch aufgrund der Spielabsage gegen den HSV ein Spiel weniger haben. Und seit Anfang Dezember läuft es sehr beim FCU. Nach einem Sieg im November gegen Pauli musste man drei Niederlagen verkraften, aber auch gegen die Bayern (nur 2:3) und durch den neuen Trainer beflügelte Wolfsburger (3:1 auswärts). Gegen Heidenheim war die Niederlage ärgerlich, erst recht da man 1:0 führte und in der Nachspielzeit aus einem Dreier eine Pleite wurde.
Doch wir reden ja von der positiven Phase, die seitdem besteht. Ausgerechnet gegen RB Leipzig beendete man die Mini-Krise und hat seit daher einen Lauf. Die ersten Stürmertore seit dem vierten Spieltag waren gefallen, der Knoten war geplatzt. Und seitdem ist es die Zeit der Joker. Gegen Köln traf Schäfer als Einwechselspieler in der 90+1 für den 1:0 Auswärtssieg in einem komplizierten Gastspiel. Nach der Winterpause hat man nun auch diese drei Spiele in diesem Kalenderjahr nicht verloren. Man hat auch keins gewonnen, aber drei Punkte sind drei Punkte. Beim Heimspiel gegen Mainz trafen die Joker Jeong und Ljubicic nach 2:0 Rückstand (77., 86.), in Augsburg bekam erneut Ljubicic, zuvor diese Saison gar nicht berücksichtigt, die Bühne und traf zum 1:1 Ausgleich (90+2). Und zuletzt spielte man beim VfB Stuttgart, aufgrund der starken Phase des VfB eines der schwierigsten Auswärtsspiele der Saison. Auch hier lag man zurück und kam zurück: Diesmal wieder Jeong, der gegen seinen Ex-Klub in Minute 83 zum Ausgleich traf. Union Berlin hat mittlerweile Comebacker-Qualitäten entwickelt. Coach Steffen Baumgart hat zudem aber auch das richtige Händchen mit seinen Einwechslungen, Beispiel Ljubicic. Bereits erwähnt, ganze Saison nicht gespielt, dann warf er ihn zweimal spät rein und er traf zweimal spät. Jeong hatte zuvor schon gespielt, aber bei ihm das gleiche Muster: Zweimal Joker, zwei Tore. Auch der junge Livan Burcu überzeugte als Joker und brachte mit Tempo, starken Dribblings und scharfen Flanken und empfahl sich so auch für die Startelf. So wurde auch mal ein Oliver Burke auf die Bank verdrängt, der mit seiner Wucht auch von der Bank Schwung bringen kann. Gegen den VfB kam er sogar erst in der 90+2. Ilic wartet weiterhin auf seinen ersten Treffer, doch, denkt man kaum, der Stürmer steht schon bei acht Assists. Und ein Ilyas Ansah ist eh einer der Transfers des Sommers, von Paderborn gekommen überzeugte, auch wenn es zuletzt ein bisschen ruhiger um seine Person wurde. Union hat vorne sehr viel Qualität und kann daher auch starke Spieler reinwerfen. Das kombiniert mit einem soliden Mittelfeld und einer stabilen Defensive gemixt mit dem aktuellen Comebacker Qualitäten und diesem Glauben an sich ist Union eine der formstärksten Teams aktuell und daher auch sehr schwer zu bespielen. 27 Gegentore sind besserer Durschnitt, Union kann hinten mit Querfeld, Doekhi, Leite und dem starken Rückhalt Rönnow echt eine Bank haben. Nun geht es für die Köpenicker gegen die Dortmunder. Baumgart derweil wollte nichts von der Kritik an der aktuellen Dortmunder Leistungen hören, die zwar Punkte einfahren, doch teilweise glücklich und nicht so überzeugend. Der Coach sagte: "Was ich interessant finde ist immer, was aus den Dortmunder Leistungen gemacht wird". Er verteidigt auch Kovac, der trotz Siegen kritisiert wird. Sportlich freut er sich auf diese Aufgabe "Gegen Dortmund musst du keinen motivieren. Es ist ein Fluchtlichspiel, der Gästeblock ist voll". In Dortmund wird es für die Unioner natürlich schwer, doch bei der aktuellen Form muss sich der FCU definitiv nicht verstecken. Erst recht wenn Baumgart wieder einen von seinen "Super-Jokern" reinwirft.
LW, 23.01.2026