SV Werder Bremen Archiv
5 Aspekte, auf denen Werder aufbauen kann
Der SV Werder Bremen hat in einem ereignisreichen Spiel gegen Eintracht Frankfurt unglücklich 3:3 gespielt. Nach zwei Comebacks wurde eine 3:2 Führung in der letzten Minute der Nachspielzeit verspielt. Bei allen Spielern, den Fans und den Verantwortlichen sorgte dies natürlich für Frust. Erst recht, weil es eine starke Leistung war und man sich den Sieg verdient hätte, umso bitterer das man ihn so spät aus der Hand gibt. Doch wie es bei den Medien so ist muss nun direkt wieder über Abstiegskampf geredet werden. Hätte man gewonnen hätten alle gehyped und die Medien Aufbruchsstimmung aufgenommen. Doch nun wird der Spieß wieder umgedreht und wieder nur aufs Negative geschaut. Natürlich sind sechs Punkte nicht viel auf den Relegationsplatz, doch der SVW hat ein Spiel weniger und nicht wie ein Abstiegskandidat gespielt. Daher haben wir uns nun fünf positive Aspekte rausgesucht die Hoffnung für die nächste Zeit machen. Denn so schlecht ist es bei Werder auch nicht. Natürlich gewinnt man das siebte Spiel in Folge nicht aber die Gegner waren auch oft nicht leicht. Zudem machen die Leistungen schon in der ersten Hälfte gegen den BVB und nun gegen die SGE Hoffnung bzw. zeigen, was für ein Potenzial in dieser Truppe steckt.
Mbangula bringt Schwung rein
Der junge Belgier, immerhin mit zehn Millionen einer der teuersten Werder Neuzugänge ever, hat zuletzt unter Horst Steffen keine große Rolle mehr gespielt. Er war mit vielen Hoffnungen gekommen, konnte diese zunächst erfüllen, war dann aber auf dem absteigenden Ast. Folge war der Verlust des Startelfplatzes und nur noch 20 Minuten Einsätze. Nun kam Mbangula an seinem 22. Geburtstag (Happy Birthday Bangs!) für die letzten 15 Minuten rein und hatte einen riesigen Impact auf das Werder Spiel. Er schlug einen starken Freistoß, den Stage per Kopf veredelte und spielte auch den entscheidenden Schnittstellenpass zum 3:2. Und auch so brachte der quirlige Außen viel Schwung rein. Starke Dribblings und Durchsetzungskraft. Wenn der Junge in den nächsten Wochen wieder mehr Startelf-Einsätze bekommen kann er wieder so sein Potenzial zeigen wie er es bereits am Anfang der Saison gezeigt hatte. Weil Können ist schon sehr vorhanden, Potenzial gibt es aber trotzdem noch en masse. Doch dafür braucht er auch Spiele über 60-70 Minuten.
Milosevic trifft beim Heimdebüt
Er wurde mit vielen Hoffnungen vom VfB ausgeliehen, aber auch gleichzeitig mit Missmut. Nicht wegen ihm persönlich sondern aufgrund des Verhandlungsgeschickes des SV Werder. Ein halbes Jahr Leihe ohne Kaufoption, aber trotzdem 600.000 Euro Leihgebühr für einen Stürmer, der aufgrund des Faktes, dass er bisher nur in Serbien performen konnte, keine Soforthilfe sein muss. Sein Potenzial wiederum ließ die Werder Fans hoffen. Und nun hat der neue Stürmer im Heim-Debüt direkt geliefert und gezeigt, dass zumindest sportlich die Leihe sehr viel Sinn hat. Nach seiner Einwechslung war er erst mit Kopfballverlängerungen in Erscheinung getreten ehe dann in Minute 80 sein Moment kam. Nach starker Ablage von Schmid schob er überlegt ins rechte Eck ein und konnte sein erstes BL-Tor feiern. Gleichzeitig riss damit auch eine Negativserie des SVW, das erste Mittelstürmertor der Saison ist nun endlich gefallen. Milosevic hat gezeigt was er draufhat und das er Werder bis zum Saisonende definitiv noch eine große Hilfe sein kann.
Starke Moral bewiesen
Sowohl gegen Dortmund in Hälfte eins als auch gegen die Eintracht hat Werder eine starke Leistung zeigen. Beide Male konnte man sich nicht mit einem Dreier belohnen, gegen die SGE immerhin mit einem Punkt, jedoch trotzdem mit unglücklichem Ende. Doch der SVW hat gegen die Hessen Moral bewiesen. Sie haben wie vor der Ergebniskrise ein Comeback gefeiert. Wie beim letzten Sieg Anfang November, als Mbangula in der Nachspielzeit zum 2:1 Siegestreffer gegen Wolfsburg traf. Auch Coulibaly hatte Werder an Spieltag zwei spät gegen Leverkusen einen Punkt beschert. Diesmal musste Werder noch den Ausgleich schlucken, trotzdem gaben sie sich vorher nicht auf und kamen zweimal nach Rückstand zurück. Und das gegen eine Champions-League Mannschaft.
Teamzusammenhalt
Dies war in letzter Zeit ein Thema beim SVW. Gerüchten zufolge soll Horst Steffen das Vertrauen in der Kabine verloren haben, was er und Njinmah, der sich ganz klar hinter den in letzter Zeit kritisierten Trainer stellte, auch revidierten. Denn Werder spielte klar für den Trainer und ließ sich dann von negativen Ereignissen wie zwei Rückständen nicht beeinflussen. Und das die Stimmung nach den letzten Spielen angespannter war ist logisch. Und das nach dem späten Nackenschlag gegen Frankfurt in Bremen an diesem Tag auch keine lauten Freudenschreie mehr erklingen werden macht auch Sinn. Doch Werder hielt zusammen und spielte auch stark zusammen. Das Team hat sich gefunden und begeisterte wie schon gegen Dortmund mit starken Ballkombinationen wie z.B. beim 1:1 Ausgleich.
Schmid Leistungssteigerung
Romano Schmid hat sich in den letzten Jahren zu einem der Leistungsträger bei den Grün-Weißen entwickelt. Doch zum Jahreswechsel hin sollte es beim österreichischen Nationalspieler nicht mehr so laufen. Ausnahme das Derby gegen den HSV, wo er sehr stark war, wirkte seine sonst so kreative Spielweise wie verpufft, zu viele Ungenauigkeiten und Ballverluste streuten sich in das Spiel des quirligen Zehners. So auch am Dienstag gegen Dortmund. Doch gegen die SGE konnte man in Halbzeit zwei wieder den "alten" Romano Schmid erleben. In engen Situationen mit all seiner Klasse durchgesetzt, Kampf bewiesen, nie aufgegeben und jedem Ball hinterher jagt. Und wenn er den Ball hatte immer für eine Idee gut. Stark auch sein Assist auf Milosevic zum zwischenzeitlichen 3:2, wo er nach dem guten Ball von Mbangula sich gegen Brown durchsetzt und in Drehung das Auge für den besser postierten Milosevic hat. Wenn Schmid so weitermacht wird sich auch Werders Offensivspiel wieder steigern. Weil Schmid war die letzten Wochen und Monate immer gut für starke Aktionen, zeigte sie aber zu selten. Und Werders Kreativmotor wieder an den An-Knopf endgültig gefunden hat kann dies auch die restliche Offensive ankurbeln, die sich aber auch generell gegen Frankfurt nach davor vier torlosen Partien (St. Pauli Testspiel dazu gezählt) wieder einen deutlich verbesserten Eindruck machte und auch endlich wieder es schaffte, den Ball ins Tor zu befördern. Und das gleich ganze drei Mal.
Also insgesamt viele positive Aspekte von Werder, auf diesen Sachen und den letzten Leistungen kann man aufbauen. Wenn dann die ersten Erfolge kommen wächst auch wieder das Selbstverständnis bei Werder und dann wird bald der Abstieg nix mehr mit Werder zu tun haben und man darf sich ganz unauffällig auch mal einen Blick nach oben erlauben. Weil mit dem Potenzial im Kader kann man auch dem schweren Programm mit Leverkusen, Hoffenheim, (Gladbach), Bayern trotzen. Und dann kommen die vermeintlich leichteren Spiele. Mit diesem Team wird Werder in den nächsten Woche deutlich mehr erreichen als in den letzten anderthalb Monaten. Da bin ich mir ganz sicher...
LW, 17.01.2026
LW, 11.01.2026
Boniface muss die OP machen- Milosevic kommt
Victor Boniface und der SV Werder Bremen. Ein Kapitel, das vorher großes Potenzial hatte und auf Bremer Seite für einen großen Hype sorgte. Doch auch ein Kapitel, das letztlich seine Erwartungen nicht erfüllen konnte. In 11 Spielen blieb der Nigerianer ohne einen einzigen Treffer, trotz seines Könnens, das er davor bei Leverkusen unter Beweis gestellt hatte. Werder blieb damit diese Saison bisher komplett ohne Mittelstürmertor, weil auch Keke Topp auf ganzer Linie enttäuschte. Boniface hatte sich im Training bei Werder am Knie verletzt und kam danach nicht mehr für Werder zum Einsatz. Der schon in der Vergangenheit vom Knie geplagte Stürmer flog daraufhin nach Österreich, damit er sich von der Lage ein Bild machen konnte. Zur Wahl stand eine OP, gleichbedeutend mit dem Saison Aus oder das er angeschlagen weiterspielt. Auch da wäre eine Zukunft für Werder unwahrscheinlich gewesen. Ein Leihabruch stand im Raum. Nun gibt es Klarheit rund um Boniface. Er muss die OP machen, laut Niemeyer wird er "wahrscheinlich kein Spiel mehr diese Saison machen". Die Leihe wird trotzdem nicht abgebrochen. Er meldete sich enttäuscht über die sozialen Medien, da der Nigerianer sich erstens auch deutlich mehr von der Leihe erhofft hatte und zweitens die OP umgehen wollte. Durch diese Entscheidung hatte Werder nun ordentlich Handlungsbedarf auf der Stürmerposition. Diese Lücke wurde nun erfolgreich geschlossen. Jovan Milosevic, die letzten Tage bereits bei Werder gehandelt, wird vom Ligakonkurrenten VfB Stuttgart bis zum Sommer ausgeliehen. Der SVW besitzt für den Serben keine Kaufoption, bezahlt aber trotzdem eine Leihgebühr von 600 Tausend Euro. Bei den Fans kommt dieser Transfer nicht so gut an, da nach einem halben Jahr der 1,90 Meter Hühne wieder zu Stuttgart zurückkehrt. Sportlich hat Milosevic Vorteile und Nachteile für Werder. Er hat Potenzial, steuerte in 17 Spielen 12 Tore und vier Assists zum Erfolg von Partizan in Serbien beitragen. Er kann also die Stürmerlücke für Werder definitiv füllen. Ist nur die Frage wie schnell. Denn die Zahlen sprechen sich für, jedoch ist es immer noch Serbien gewesen. Beim VfB konnte er sich in der Bundesliga nicht durchsetzen, spielte nur sechs Spiele im deutschen Oberhaus. Chance und Risiko also für Werder zugleich. Eine Soforthilfe ist er wahrscheinlich aber nicht, die Stürmersuche ist für den SVW mit Milosevic aber beendet. Hoffen wir für Werder, dass das Risiko belohnt wird. Nicht so wie bei Boniface.
