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Fußballberichte

Italien

Orban bestes Spiel bisher für Verona: Doppelpack bei der AC-Florenz

Von der TSG ausgeliehen: Gift Orban überzeugt in Verona

Im Januar 2025 hatte die TSG 1899 Hoffenheim Gift Orban von Olympique Lyon verpflichtet. Damals verbunden mit großen Hoffnungen, man ließ sich die Dienste des Stürmers neun Millionen kosten, Geschäftsführer Sport, Andreas Schicker sagte damals: "In Gift Orban haben wir genau den schnellen Stürmer mit gutem Tiefgang gefunden, den wir gesucht haben". Er sollte der TSG damals aus einer schwierigen Phase helfen, denn die Hoffenheimer kämpften gegen den Abstieg, warum zum Zeitpunkt der Verpflichtung Tabellen-15 mit 14 Punkten. Da sieht die Welt heute ja ganz anders aus, die Kraichgauer stehen aktuell auf Rang drei nach 21 Spielen mit stolzen 42 Punkten (2,0 Punkteschnitt pro Spiel). Das liegt unteranderem daran, dass die Mannschaft von Christian Ilzer sich im Sommer stark auf der Stürmerposition verstärkt hatte mit Fisnik Asllani und Tim Lemperle, es gab mit Orban sieben Stürmer im Kader, zum Anfang der Saison gab es daher kaum mehr Spielzeit für ihn, Fußprobleme machten die Sache noch schwieriger. Zuvor hatte der Nigerianer in 13 Spielen für die Hoffenheimer immerhin vier Tore geschossen, jedoch auch nur am Anfang, dann ließ er nach. Aufgrund der mangelnden Spielzeit und Perspektive wechselte der Stürmer nun im Sommer per Leihe zu Hellas Verona, die Italiener besitzen eine Kaufoption. 

Und wenn es so weitergeht, freut sich Hellas, eine zu haben und die TSG muss sich ärgern, Orban nicht halten zu können. Denn der 23-Jährige ist aktuell nicht zu stoppen. Er ist bei "I Mastini" ganz klarer Startelfspieler und dankt dem Vertrauen mit Toren. Bei seinem zweiten Spiel für Verona gelang ihn gegen Juve direkt das erste Tor, es folgten sechs weitere (7 Tore in 21 Spielen). Sportlich läuft es für seinen Klub, für den auch der Deutsche Armel Bella-Kotchap (2 A-Länderspiele) spielt (wurde im Winter festverpflichtet von Southampton), definitiv nicht. Man ist letzter Platz, sechs Punkte hinter dem rettenden Ufer, dass US Lecce belegt. Doch auf "Gift", wie er hauptsächlich bei Verona genannt wird, ist Verlass. Er liefert: Zwei Tore schoss er vom Punkt aus, bewies dort aber Nervenstärke (2/2). Er bringt damit seiner Karriere nach zuletzt drei, vier schweren Monaten neuen Schwung, der 1-78 Meter große Stürmer ist erst 23 Jahre alt. Falls Verona absteigt bleibt er wahrscheinlich nicht mehr in Norditalien. Doch dann dürfte er einen neuen Versuch bei der TSG wagen, sportlich empfiehlt sich aktuell eh für Einsätze. Er zusammen mit Lemperle über die Außen, Asllani als zentraler Stürmer in der Champions-League? Klingt gut, aber auch nach Zukunftsmusik. Fast steht: Gift Orban ist in Italien aktuell on fire. 

LW, 11.02.2026

Drittes Tor im vierten Spiel- Malen unstoppable         Die aktuellen Top-7 der Serie-A

Der Ex-Dortmunder Donyell Malen ist bei seinem neuen Arbeitsgeber, der AS Rom, nicht mehr zu stoppen. Der Niederländer hatte für vier Jahre beim BVB gekickt, war im Sommer 2021 für stolze 30 Millionen von Eindhoven zu den Westfalen gewechselt. Dort kam er auf satte 132 Spiele, war fast immer Startelf und steuerte 39 Tore und 20 Assists bei. In der Wintertransferphase der letzten Saison, also vor ein wenig mehr als einem Jahr, wagte der Nationalspieler von Oranje (49 Spiele, 13 Tore) den nächsten Schritt und wechselte auf die Insel. Aston Villa spülte 25 Millionen plus 5 Millionen Boni in die Kasse des BVB, also exakt die Summe, die die Dortmunder dreieinhalb Jahre zuvor an die PSV überwiesen hatten. Bei Villa blieb ihm der endgültige Durchbruch verwehrt: Ihm gelangen zwar in 41 Einsätzen (in einem Jahr) zehn Tore, doch er konnte sich nicht in der Startelf festbeißen, pendelte zwischen der ersten Elf und der Bank. So hat er nun in diesem Winter auf eigenen Wunsch die Wechselfreigabe bekommen, die AS Rom sicherte sich die Dienste des pfeilschnellen und dribbelstarken Außenstürmers. Bei Rom kickt er nun für mindestens das halbe Jahr, die Leihgebühr beträgt zwei Millionen Euro. Doch die Italiener haben sich auch eine Kaufoption gesichert. Diese beträgt 29 Millionen, vier Millionen mehr als sein aktueller Wert, der aber auch gerne mal schwankt. Z.B. beim BVB erlebte er eine Achterbahnfahrt, zwischendurch sank er auf 16 Millionen, der Höchstwert wiederum wurde im Mai 2024 nach starker Saison (2023/24: 13 Tore, 3 Assists) mit 40 Millionen aufgestellt. Zumal seine aktuelle Form vermuten lässt, dass die Roma mit einer Kaufoption von 29 Millionen sich definitiv nicht beschweren kann.

Denn sein Start beim Tabellenfünften verlief sehr positiv. Bei seinem Debüt am 21. Spieltag bekam er von Coach Gian Piero Gasperini sofort das volle Vertrauen und durfte starten. Das war bei Villa zuvor nicht immer selbstverständlich. Der 68-Jährige stellt Malen, der eigentlich mehr auf dem Flügel zuhause ist, als alleinige Spitze vor zwei Zehnern auf. Doch diese Idee vom erfahrenen Fußballehrer scheint Früchte zu tragen. Beim 0:2 Auswärtssieg beim FC Turin gelang ihn nach 26 Minuten sofort der Debüttreffer, Paulo Dybala hatte assistiert, Malen damit die Roma auf die Siegerstraße gelenkt. Beim 1:1 gegen den AC Mailand hatte er gegen Tomori und Co. einen schweren Stand, sammelte auch gegen Udinese keinen Scorerpunkt. Nichts wildes, ganz normal. In den beiden Euro-League Partien von Rom konnte er nicht helfen, er ist noch nicht gemeldet. Bei Udinese fälschte er den Siegtreffer der Hausherren ab, jedoch hätten die Giallorossi gegen den Tabellen-Neunten eigentlich die Mittel, auch trotz Gegentor zu gewinnen. Nun, gestern (Montag) empfing die AS Cagliari, dort avancierte Malen nun erneut zum Matchwinner. Und wie! Nach 25 Minuten brachte der 27-Jährige die Hausherren in Front: Nach einem Pass von Mancini schüttelte er Dossena ab und lupfte anschließend elegant über den heranstürmenden Schlussmann Caprile zum 1:0. In Minute 65 schnürte er dann den Doppelpack, nach Celiks Zuspiel wurde es diesmal einfacher für den 1,76 Meter großen Stürmer, er musste nur noch einschieben. Doch Tor ist Tor, er brachte mit seinen beiden Treffern Rom zum Sieg über den Tabellen-12. So kann sich der 3-malige Serie-A Meister weiterhin Hoffnungen auf die Champions-League machen. Auch dank Donyell Malen, der den italienischen Traditionsklub jetzt schon mit drei Treffern in vier Spielen bereichert und elementar für den Kampf um die Champions-League Plätze werden kann.

LW, 10.02.2026