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Fußballberichte

Spanien

Phänomen Villareal: CL flop, Liga top

Zugegebenermaßen, die Champions-League und Villareal diesen Jahr war nichts. Einen Punkt (gegen Juve, 2:2) sammelten die Spanier in acht Spielen und wurden damit Vorletzter. Und nur nicht Letzter, weil Qairat Almaty eine noch schlechtere Tordifferenz hatte. In der Liga dagegen sieht es ganz anders aus für Coach Garcia Toral Marcelino und seine Mannschaft. Denn dort steht Villareal auf dem dritten Platz mit 48 Punkten nach 24 Spielen, also im Schnitt 2,00 Punkte pro Spiel (!). Damit steht Villareal drei Punkte vor Atletico und auf einen direkten Champions-League Platz. Der fünfte Platz gleichbedeutend mit der Euro-League, Real Betis, ist gar sieben Punkte entfernt. Eine verblüffende Konstellation.

Es gibt viele Mannschaften, die wenn sie in der Liga nichts reißen, halt international überraschend. Paradebeispiel Eintracht Frankfurt in der Saison 2021/22, als die SGE unter Oliver Glasner nur Elfter in der Liga wurde, jedoch (u. a. nach Viertelfinal-Coup gegen Barca) die Europa-League gewann. Dadurch durften die Frankfurter im darauffolgenden Jahr sogar in der Königsklasse spielen. Villareal macht genau das Gegenteil. In der CL Vorletzter, in der Copa del Rey flog man im Viertelfinale gegen Bilbao raus. Und in der Liga Dritter.  

Viele Fans behaupten, dass dieser Fakt einfach zeige, dass die La-Liga außer Real Madrid, Barca und Atletico nichts zu bieten habe. Doch dies stimmt nicht so ganz. Zur Wahrheit gehört in der Champions-League das Villareal nicht das Leichteste Programm hatte und gegen Leverkusen, Man City, Tottenham (dort verlor man nur durch einen Torwart-Patzer) und Dortmund der klare Underdog war und dementsprechend verlor. Da Villareal in den direkten Duellen gegen Pafos, Kopenhagen und Ajax patzte war der Drops schnell gelutscht. Da reicht ein Remis gegen Juve einfach nicht. Die Spiele waren aber oft auch knapp, ein Tor fehlte, Villareal fehlte das Quäntchen Glück. Und an sich hat Villareal nicht den Anspruch, weit in der Königsklasse zu kommen. In diese werden sie aber nächstes Jahr höchstwahrscheinlich kommen. Denn aufgrund des dritten Platzes sind sie auf CL-Kurs. Ein kaum erklärbares Phänomen, dass sich aktuell in Villareal abspielt. Wird ihnen aber auch egal sein, denn in La Liga läuft es.

LW, 21.02.2026

Die Peinlichen?
Was ist los bei Real Madrid?

Real Madrid liefert aktuell Schlagzeilen, im Moment jedoch ausschließlich negative. Wie die
“Königlichen” sich ihren Ruf versauen. Ein Kommentar über den Umgang des 15-maligen
CL-Siegers mit Trainern, Spielern und Schiedsrichtern, der einen neuen Höhepunkt erreicht
hat, so ausführlich wie nie zuvor.
Unsere Reise beginnt am 28.10.2024. Der Tag der Ballon d´Or Verleihung. Als
amtierender CL-Sieger leistet sich Real einen unverzeihlichen Fehler. Nachdem die ersten
Spatzen von den Dächern pfeifen, dass Rodri den Ballon d´Or gewinnt und nicht Real-Profi
Vini, entscheiden sich die Madrilenen dazu, der Veranstaltung fern zu bleiben. Selbst eine
Übertragung im Klub-TV wird gestoppt. Und das obwohl der damalige Trainer Carlo Ancelotti
Trainer des Jahres, Real Madrid selbst Mannschaft des Jahres und Neuzugang Mbappe
(jedoch für seine Verdienste bei PSG und der EM) die Gerd-Müller-Trophäe gewann. Man
hatte sich einem Spieler unterworfen als Real Madrid.
Am 26.04.2025, einen Tag vor dem spanischen Pokalfinale, bricht Schiedsrichter Ricardo
de Burgos Bengoetxea auf der Pressekonferenz in Tränen aus. Grund? Der TV-Sender von
Real Madrid hatte den Basken scharf kritisiert und mit der Auswertung von Siegquoten von
Erzrivale Barca und Real Madrid selbst unter Leitung von de Burgos Bengoetxea, sowie
dem Fakt, dass er noch nie ein CL-Spiel oder ein Spiel bei einem Turnier der FIFA gepfiffen
hatte argumentiert. Der öffentliche Druck wurde dann zu groß und so kam es zum
emotionalen Zusammenbruch. Real boykottiert Termine vor dem Spiel, es gibt sogar
Gerüchte, dass die Königlichen das Spiel gänzlich absagen werden. Schon im Februar 2025
hatte Real Madrid Schiedsrichter ähnlich hart angegangen, was sogar zu Morddrohungen
gegen einen Schiedsrichter geführt hatte.
22.09.2025, Real Madrid fehlt trotz drei nominierten Spielern (Bellingham, Mbappe, Vini)
schon wieder bei der Ballon d'Or Verleihung. Man hat den Schock vom letzten Jahr immer
noch nicht verkraftet. Auch der Fakt, dass jetzt auch die UEFA bei der Gala mit im Boot sitzt,
stört die Verantwortlichen der Königlichen, schließlich sind die Fronten zwischen beiden
Parteien nach dem Streit um die Super League immer noch verhärtet.
13.01.2026, nach nur einem halben Jahr trennen sich die Wege von Real Madrid und
Xabi Alonso einvernehmlich, mit großen Vorschusslorbeeren aus Leverkusen verpflichtet im
Sommer 2025, mit immer noch realistischen Chancen auf das Triple. Der Eklat bei der
Pokalübergabe nach dem Finale des spanischen Supercups, bei dem Führungsspieler
Mbappe und Trainer Alonso öffentlich gravierende Meinungsverschiedenheiten aufgezeigt
haben, zeigte klar, dass die Mannschaft nicht mehr hinter ihrem Cheftrainer steht. Und so
trennen sich die Wege einvernehmlich.
Ein Armutszeugnis für Real Madrid? Ein ehemaliger Madrilene, Santiago Canizares meinte
zur Krise der Madrilenen folgendes: “Man hat sich Vinicius ausgeliefert an dem Tag 2024,
als Florentino Perez entschied, keine Delegation zur Ballon-d’Or-Gala nach Paris zu
schicken, weil Vinicius nicht gewonnen hatte. Dass Mannschaft und Trainer ausgezeichnet
wurden, war Perez egal“. Weiter führte er gegenüber dem Kicker aus: „Die Außenwirkung
war fatal, marketingtechnisch, organisatorisch war das ein Riesenfehler. Man stellte die
Interessen von Vinicius über die des Vereins, das war eine ganz, ganz schlechte
Entscheidung. Seitdem ist im Klub der Zusammenhalt nicht wie früher, es gibt mehr Egos,
mehr Hahnenkämpfe, mehr Uneinigkeit“
Auf jeden Fall muss Real Madrid wie auch beim 6:1-Sieg gegen Monaco in der CL
geschehen, nun wieder die altbekannte Selbstverständlichkeit, Brillanz und das gewisse
etwas Königliche, dass den 15-maligen CL-Sieger so einzigartig macht wieder vorweisen,
denn so wird die Saison vielleicht noch einen versöhnlichen, den Madrilenen würdigen
Abschluss erhalten. Nichtsdestotrotz ist auch bei Real Madrid niemand größer als der
Verein.
MMS, 21.01.2026