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23. Spieltag


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Allianz Arena Stadionführung

BVB verpflichtet Kaua Prates

Es hatte sich schon länger abgezeichnet, nun ist es offiziell. Die Dortmunder haben ihren ersten Sommer-Neuzugang. Kaua Prates heißt der junge Mann, erst 17 Jahre alt, er kommt im Sommer bzw. wenn nach seinem 18. Geburtstag. Der Brasilianer, U-17 Nationalspieler der Selecao, spielt aktuell bei Cruzeiro und hat dort Sebastian Kehl und Co. überzeugt. Immerhin lassen sich die Dortmunder seine Dienste auch etwas kosten: 12 Millionen überweist der BVB nach Brasilien zum Klub, wo der variabel einsetzbare Verteidiger auch ausgebildet wurde. Einen langfristigen Vertrag bekam er auch, bis 2031, zudem ist er jetzt schon voller Vorfreude: "Ich bin sehr stolz, dass ich ab Sommer für diesen großen Klub spielen darf". Für Dortmund ist dieser Transfer auch nötig, schließlich wurde im Winter nichts gemacht, die Defensive ist dünn besetzt. Klar ist auch, er darf erst ab Sommer helfen. Für die Abwehr hat der BVB nun für die Zukunft erstmal vorgesorgt: Neben Reggiani, der unter der Woche in der CL direkt in der Startelf debütierte, hat man Filippo Mane und nun auch noch Prates. Ein interessanter Weg mit vielen Talenten, der definitiv in den nächsten Jahren Früchte tragen kann. Denn so junge Spieler, die von Leadern wie Can oder Schlotterbeck in der IV an die Hand genommen werden, können definitiv funktionieren. Dieser Mix aus Erfahrung und Talenten in Dortmunds Verteidigung könnte die nächsten Jahre interessant werden. Lars Ricken derweil schwärmt über den Brasilianer: "Er ist noch sehr jung und zählt zu den talentiertesten Spielern in Südamerika. Wir sind überzeugt davon, dass er mit seinen Fähigkeiten, seinem Ehrgeiz und seinem Entwicklungspotenzial sehr gut zu Borussia Dortmund passt." Für den BVB spielen darf er dann offiziell nach dem 12. August, wenn er seinen 18. Geburstag feiert.

LW, 19.02.2026

Das Abschlussprogramm der Bundesligisten

Der 22. Spieltag der Bundesliga-Saison 25/26 ist bereits Geschichte, es geht in die heiße
Phase. Um einen Überblick über die nächsten Gegner zu haben, hat Kicksport euch hier
eine Übersicht gestaltet:

Bayern München: Frankfurt (H), Dortmund (A), Mönchengladbach (H), Bayer Leverkusen
(A), Union Berlin (H), Freiburg (A), St. Pauli (A), Stuttgart (H), Mainz (A), Heidenheim (H),
Wolfsburg (A), Köln (H)

Borussia Dortmund: RB Leipzig (A), Bayern München (H), Köln (A), Augsburg (H),
Hamburger SV (H), Stuttgart (A), Bayer Leverkusen (H), Hoffenheim (A), Freiburg (H),
Mönchengladbach (A), Frankfurt (H), Bremen (A)

TSG 1899 Hoffenheim: Köln (A), St. Pauli (H), Heidenheim (A), Wolfsburg (H), RB Leipzig
(A), Mainz (H), Augsburg (A), Dortmund (H), Hamburger SV (A), Stuttgart (H), Bremen (H),
Mönchengladbach (A)

VfB Stuttgart: Heidenheim (A), Wolfsburg (H), Mainz (A), RB Leipzig (H), Augsburg (A),
Dortmund (H), Hamburger SV (H), Bayern München (A), Bremen (H), Hoffenheim (A),
Leverkusen (H), Frankfurt (A)

RB Leipzig: Dortmund (H), Hamburger SV (A), Augsburg (H), Stuttgart (A), Hoffenheim (H)
Bremen (A), Mönchengladbach (H), Frankfurt (A), Union Berlin (H), Bayer Leverkusen (A),
St. Pauli (H), Freiburg (A)

Bayer Leverkusen: Union Berlin (A), Mainz (H), Hamburger SV (Nachholspiel, A), Freiburg
(A), Bayern München (H), Heidenheim (A),
Wolfsburg (H), Dortmund (A), Augsburg (H),
Köln (A), RB Leipzig (H), Stuttgart (A), Hamburger SV (H)


Eintracht Frankfurt: Bayern München (A), Freiburg (H), St. Pauli (A), Heidenheim (H),
Mainz (A), Köln (H), Wolfsburg (H),
RB Leipzig (H), Augsburg (A), Hamburger SV (H), Dortmund (A), Stuttgart (H)

SC Freiburg: Mönchengladbach (H),
Frankfurt (A), Leverkusen (H), Union Berlin (H), St. Pauli (A), Bayern München (H), Mainz
(A), Heidenheim (H), Dortmund (A), Wolfsburg (H), Hamburger SV (A), RB Leipzig (H)

Hamburger SV: Mainz (A), RB Leipzig (H),
Bayer Leverkusen (Nachholspiel, H),
Wolfsburg (A), Köln (H), Dortmund (A),
Augsburg (H), Stuttgart (A), Bremen (A), Hoffenheim (H), Frankfurt (A), Freiburg (H),
Bayer Leverkusen (A)

Union Berlin: Bayer Leverkusen (H), Mönchengladbach (A), Bremen (H), Freiburg (A),
Bayern München (A), St. Pauli (H),
Heidenheim (A), Wolfsburg (H), RB Leipzig (A), Köln (H), Mainz (A), Augsburg (H)

FC Augsburg: Wolfsburg (A), Köln (H),
RB Leipzig (A), Dortmund (A), Stuttgart (H), Hamburger SV (A), Hoffenheim (H), Bayer
Leverkusen (A), Frankfurt (H), Bremen (A), Mönchengladbach (H), Union Berlin (A)

FC Köln: Hoffenheim (H), Augsburg (A), Dortmund (H), Hamburger SV (A),
Mönchengladbach (H), Frankfurt (A), Bremen (H),
St. Pauli (A), Leverkusen (H), Union Berlin (A), Heidenheim (H), Bayern München (A)

Borussia Mönchengladbach: Freiburg (A), Union Berlin (H), Bayern München (A),
St. Pauli (H), Köln (A), Heidenheim (H),
RB Leipzig (A), Mainz (H), Wolfsburg (A),
Dortmund (H), Augsburg (A), Hoffenheim (H)

FSV Mainz 05: Hamburger SV (H),
Bayer Leverkusen (A), Stuttgart (H), Bremen (A),
Frankfurt (H), Hoffenheim (A), Freiburg (H), Mönchengladbach (A), Bayern München (H),
St. Pauli (A), Union Berlin (H), Heidenheim (A)

VfL Wolfsburg: Augsburg (H), Stuttgart (A), Hamburger SV (H), Hoffenheim (A), Bremen
(H), Bayer Leverkusen (A), Frankfurt (H),
Union Berlin (A), Mönchengladbach (H),
Freiburg (A), Bayern München (H), St. Pauli (A)

SV Werder Bremen: St. Pauli (A),
Heidenheim (H), Union Berlin (A), Mainz (H),
Wolfsburg (A), RB Leipzig (H), Köln (A), Hamburger SV (H), Stuttgart (A), Augsburg (H),
Hoffenheim (A), Dortmund (H)

FC St. Pauli: Bremen (H), Hoffenheim (A), Frankfurt (H), Mönchengladbach (A),
Freiburg (H), Union Berlin (A),
Bayern München (H), Köln (H), Heidenheim (A),
Mainz (H), RB Leipzig (A), Wolfsburg (H)

FC Heidenheim: Stuttgart (H), Bremen (A),
Hoffenheim (H), Frankfurt (A),
Bayer Leverkusen (H), Mönchengladbach (A),
Union Berlin (H), Freiburg (A), St. Pauli (H), Bayern München (A), Köln (A), Mainz (H)

MMS, 17.02.2026

Upamecano verlängert bei den Bayern
Der FC Bayern hat sein Ziel erreicht - Upamecano hat beim deutschen Rekordmeister
seinen auslaufenden Vertrag bis zum 30.06.2030 verlängert.
Der Weltklasse-Innenverteidiger spielt seit der Saison 21/22 an der Isar, hat drei deutsche
Meisterschaften und einen Supercup bei den Bayern vorzuweisen, kommt auf 180 Einsätze
für die Bayern, erzielte sechs Treffer und bereitete neun weitere vor. Für die französische
Nationalmannschaft kann der 27-Jährige 35 Partien und zwei Tore sowie den UEFA Nations
League Titel 2021 vorweisen.
Vor allem in dieser Saison entwickelte sich Upamecano zu einem unverzichtbaren Spieler
für den FC Bayern.
Die Stimmen der Verantwortlichen zur Verlängerung:
Vorstandsvorsitzender, Jan-Christian Dreesen sagte: “Dayot Upamecano ist bei uns zum
Topspieler auf höchstem Niveau gereift. Dass er seinen Weg beim FC Bayern fortsetzt, freut
uns sehr und beweist einmal mehr unseren Stellenwert im internationalen Fußball. Sein
klares persönliches Commitment ist ein starkes Signal – für unseren sportlichen Kurs und für
das sehr gute Miteinander im Team und im Club.“
Sportvorstand Max Eberl betonte: “Dayot Upamecano ist eine weitere zentrale Figur unserer
Mannschaft, mit der wir verlängern konnten. Ein Kader braucht Ankerpunkte: Mit Dayot
setzen wir den nächsten. Oft lautet die Frage nicht, wen man holt - sondern wen man
entwickelt: Dayot ist beim FC Bayern zum internationalen Spitzenspieler gereift, wir freuen
uns auf den weiteren gemeinsamen Weg.“
Sportdirektor Christoph Freund fügte hinzu: “Dayot Upamecano bringt eine richtig starke
Kombination aus Tempo, Physis und Antizipation in unser Team. Wie er Fußball spielt, passt
perfekt zu unserer Spielidee, und er hat sich beim FC Bayern zu einem absoluten
Weltklasse-Verteidiger und Führungsspieler entwickelt. Das Paket, das er verkörpert, ist für
unseren Kader ungemein wertvoll. Wir sind froh, dass er bei uns bleibt.“
Upamecano selbst wurde wie folgt zitiert: “Ich bin sehr glücklich, beim FC Bayern zu bleiben
und in diesem Team weiterspielen zu können: Wir haben eine tolle Mannschaft und einen
tollen Trainer, und gemeinsam haben wir große Ziele. Es geht immer um Mentalität im Leben
- ich gebe alles für meine Mitspieler, in jedem Training, möchte jedes Spiel zu Null spielen
und mit dem FC Bayern so viele Titel wie möglich gewinnen.“
MMS, 13.02.26

Neuer SGE-Coach zeigt sich bei erster PK selbstbewusst

Die Eintracht aus Frankfurt hat seit Montag einen neuen Coach. Nach der Entlassung von Dino Topmöller hatte Dennis Schmitt interimsweise übernommen, die Coach Suche dauerte länger als gedacht, dadurch übernahm Schmitt länger. Doch seine Zeit war alles andere als erfolgreich: Man verlor alle vier Spiele, international flog man aus der CL raus (3:2 gegen Qarabag), zudem auch gegen die Spurs (0:2) und in der Liga gegen Hoffenheim (1:3) und Leverkusen ebenfalls 1:3. Am Montag hatte dann der neue Trainer seinen Amtsantritt: Albert Riera heißt der neue Coach. Zuletzt trainierte er NK Celje in Slowenien, von denen die SGE den Coach nun loseiste. In 92 Spielen hatte er einen Punkteschnitt von 1,83, hatte am Sonntag sogar noch ein Spiel am Sonntag ehe er dann nach Frankfurt flog. Der Spanier spielte als Spieler unteranderem ein halbes Jahr für City und zwei Jahre beim LFC aus Liverpool (2008-2010): Danach folgten Stationen bei Olympiakos, Watford, Udinese und Mallorca ehe er im Herbst seiner Karriere nach Slowenien wechselte, wo er nun auch zuletzt als Trainer aktiv war. Der 43-Jährige präsentierte sich gestern bei seiner Pressekonferenz sehr selbstbewusst und zeigte sich "verliebt" in seinen neuen Arbeitgeber. "Ich vergleiche das gerne mit einer neuen Freundin. Zu Beginn bist du noch motiviert und hast Schmetterlinge im Bauch. Jeder hier hat das und ich liebe es. Und das müssen wir behalten". Zudem sprach der Trainer, der auch russische Wurzeln hat, davon, dass "er die Spielern jeden Morgen an dieses Gefühl erinnern wird". Auch appellierte er an den Klub, dass er auch vom Verein "Motivation" erwarte. Riera bringt definitiv gute Stimmung mit und bringt definitiv sehr viele Elemente mit, um einen Turnaround zu schaffen. Sprüche wie "Wir haben alles, um ein guter Klub zu sein" unterstreichen diesen Eindruck. Gleichzeitig zeigt der Coach, dass er auch durchgreifen und streng sein kann. Denn neben der Motivation ist auch Disziplin Riera immens wichtig. So sagte er, dass er sofort drei Regeln aufgestellt habe, die in der Umkleide gelten: "Erstens: Respekt, wir respektieren uns in der Kabine. Zweitens: So wie du trainierst, so spielst du. Drittens, die magische Frage aufstellen: Was kannst du dem Team mit oder ohne Ball helfen?". Werden die Regeln nicht befolgt oder man kommt z.B. zu spät dann erwartet einen eine Strafe, der Spanier hat nämlich eine Art Strafkatalog aufgestellt, es gibt ein Roulette, dass er den Spielern bereits gezeigt hat. Es gibt z.B. Geldstrafen, aber auch Aufgaben wie die Schuhe der Mitspieler putzen, dem Gärtner eine Stunde helfen oder 60 Minuten mit dem Analyst verbringen. Dadurch sollen die Spieler merken, wie wichtig die Jobs sind. Zudem wollen sich die Spieler dadurch natürlich umso mehr an die Regeln halten, um das Geld im eigenen Portemonnaie zu behalten, das fördert die Disziplin, mit dem Einhalten der Regeln essentiell für Riera. Er ist damit einer der strengsten SGE-Trainer, gleichzeitig aber auch einer der motiviertesten, der Aufbruchstimmung verbreitet und im ganzen Klub ein Feuer entfacht. Die Regeln und Co. mögen auf manche von euch streng wirken, doch genauso was brauch diese junge SGE Mannschaft definitiv. Auf dem Platz fehlten Schlüsselspieler, Topmöller hatte von Außen zu wenig Einfluss auf die Spieler auf dem Platz, zudem ließen ihn potenziell verlängerte Arme wie Koch im Stich. Der sehr emotionale Riera könnte für das Gegenteil sorgen. Die Eintracht Mannschaft ist sehr jung und hat einen furchtbaren Januar erlebt. Was sie jetzt braucht ist neben Disziplin auch Glauben an sich selbst. Und diese vermittelt Riera sehr stark, er glaubt komplett an sein Team. Er pusht sie und will seinen Funken auf die Mannschaft übertragen. Damit will er auch für Teamzusammenhalt sorgen, sagte unteranderem auch auf seiner ersten PK: "Wenn ich meinen Spielern sagen, du springst vom Balkon, dann werden sie springen. Sie werden mir vertrauen". Ein sehr selbstbewusster Start vom Spanier, der mit seiner emotionalen motivierenden Art den Umschwung schaffen will. Für Bock auf mehr hat der 43-Jährige auf jeden Fall gesorgt. Das erste Mal kann sich Riera am Freitag beim unangenehmen Auswärtsspiel in Köpenick beweisen und man kann sehen, ob bis dahin der Funke schon auf die Mannschaft übertragen wurde. Denn mit Motivation, Disziplin und Feuer im Herzen schafft die SGE den Turnaround.

LW, 04.02.2026

Coachsuche beendet: Werder holt Thioune

Der SV Werder Bremen hat einen neuen Trainer gefunden. Nach der Entlassung von Trainer Horst Steffen am Sonntag suchte der SVW einen neuen Trainer, Clemens Fritz suchte nach einem "Feuerwehrmann" oder einer langfristigen Lösung. Eine externe Lösung kam nicht infrage, für den Samstag in Freiburg hätten sonst Christian Groß und Raphael Duarte, bisherige Co-Trainer, übernommen. Das ist nun aber nicht mehr vonnöten, denn der SVW darf seit Mittwochmorgen Daniel Thioune seinen neuen Coach nennen. Der Fußballehrer, zuletzt bis Oktober bei Düsseldorf (zuvor HSV und Osnabrück) war einer der Kandidaten und ist es nun geworden. Topkandidat war Bo Svensson, doch er sagte dem SVW ab, ob er mit seinem Defensivfußball zu Werder gepasst hätte ist die andere Frage. Der andere Ex-Mainzer und ebenfalls Bo, Bo Henriksen, war auch ein möglicher Steffen-Nachfolger, doch er steht bei Mainz noch unter Vertrag, diese wollten ihren Ex-Trainer nicht in dieser Saisonphase an einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf abgeben (das ist Werder nach zehn Spielen ohne Sieg mittlerweile). Nun soll Thioune das Ruder wieder umreißen. Versteht man die Meldung und die Stimmen vonseiten Werder richtig, die mal wieder über Vertrag und Co. keine Infos geben, soll der 51-Jährige nicht nur bis zum Sommer bleiben, sondern ist eine langfristige Lösung. Düsseldorf bekommt für den Coach übrigens ein kleines Sümmchen, (grob eine Millionen). Zum Deal sagte Clemens Fritz: "Wir hatten sehr gute Gespräche mit Daniel. Seine Idee vom Fußball, seine Art und seine Herangehensweise an unsere aktuelle sportliche Situation waren ausschlaggebend für die Entscheidung. Wir sind überzeugt, dass wir mit ihm den Turnaround schaffen werden". Thioune währenddessen freut sich auch riesig auf die Aufgabe, für ihm gehen derweil auch ein Traum in Erfüllung, er wollte schon immer irgendwann in der Bundesliga trainieren. In dieser soll er nun den SVW halten und wie auch Fritz betonte den Turnaround schaffen. Der neue Chefcoach blickt aber positiv nach vorne und begeistert schon jetzt viele Werder Fans mit seiner sympathischen Art, Kommentare wie "Die Art der Ansprache gibt mir ein gutes Gefühl, ich bin gecatcht. Alles Gute und herzlich willkommen, Daniel!" häufen sich in der Kommentarsektion (Beispiel YouTube) bei seinem ersten kurzen Video als Werder-Trainer, wo er sich den Grün-Weißen vorstellt. Dort sagt er unteranderem: "Eine sehr große Aufgabe, aber eine sehr wertschätzende Aufgabe". Zum ersten Tag gehört neben direkt der ersten Trainingseinheit, die Thioune als sehr gut empfand, natürlich auch die obligatorische Pressekonferenz. Hier sprach er gemeinsam mit Clemens Fritz, der Ex-Werder Profi Fritz sagte zu den Gesprächen: "Im Endeffekt war es das Gesamtpaket. Es war relativ schnell ein gutes Gefühl da, noch bevor das Gespräch beendet war". Thioune betonte, dass wenn "Werder anruft und ich die Chance habe, eine sehr gute Mannschaft übernehmen zu dürfen, dann muss ich nicht lange überlegen. Ich bin vor der Qualität überzeugt". Die der Kader definitiv hat, aber nicht richtig nutzen kann bzw. in den letzten Wochen auch öfters Pech hatte und trotz guten Leistungen verlor, dass sieht auch der Ex-Düsseldorfer so. Zudem versprach Thioune, dass die Talente Chancen bekommen, es zwar in einer schwierigen Phase nicht leicht so wäre, aber er der Letzte sei, der nach guten Leistungen "die Rückennummern 58-68 nicht auf den Platz schickt". Zu seiner Taktik verriet er vor Freiburg logischerweise nicht viel, er hat schon Dreier- und Viererkette spielen lassen, aber bei Düsseldorf eigentlich fast immer mit vier Männern hinten. Dadurch gibt es vorne zwei Flügelpositionen (nicht wie im 5-3-2), die perfekt geeignet sind für den Rohdiamant Mbangula und den schnellen Njinmah, der seine Qualitäten mehr über die Außen als über die Stürmerposition zeigen kann. Vorne dann entweder Milosevic oder Topp, die Stuttgart Leihgabe blieb aber zuletzt blass, Topp schoss gegen Gladbach endlich wieder ein Tor. Marco Grüll gibt es auch noch, doch auch er fühlt sich als zentraler Stürmer nicht so wohl. Talent Salim Musah wartet immer noch auf seine Chance. Dies und vieles weiteres kann Thioune nun mit seinem Staff besprechen, der nun größer ist als noch bei Steffen. Groß und Duarte, Steffens Wegbegleiter, bleiben, zudem bringt der 51-Jährige Jan Hoepner mit, der ihn auch schon bei der Fortuna unterstützte. Also genügend Personal, um Werder aus der Krise zu führen.

LW, 04.02.2026

Paukenschlag in Bremen: Werder entlässt Horst Steffen

Bisher war Werder diese Saison dafür bekannt gewesen, die Trainer von Gegnern zu entlassen: Am 2. Spieltag musste Erik Ten Hag nach dem 3:3 in Bremen bei Leverkusen gehen, an Spieltag drei nach der 0:4 Klatsche Gerardo Seoane auf Gladbacher Seite. An Spieltag zehn musste dann VfL-Trainer Paul Simonis gehen, nachdem nach interessanter Fallrückzieher Vorlage von Boniface Mbangula tief in der Nachspielzeit den Last-Minute Werder Sieg bescherte.  Und nun vor kurzem, am 18. Spieltag, spielte der SVW die Eintracht an die Wand, diese hatte Glück, ganz spät noch unverdient einen Punkt mitzunehmen. Das Amt von Dino Topmöller rettete dies aber nicht. Vier Trainer in einer Saison. Alle rausgeworfen unter der Leitung von Coach Horst Steffen. Es werden aber keine mehr dazukommen, denn nun schmeißt Werder seinen eigenen Trainer raus: Horst Steffen wurde heute, am Sonntag, mit sofortiger Wirkung entlassen. Nach zehn Spielen ohne Sieg (7 Tore, 20 Gegentore) hielt Fritz oft noch am Coach fest, doch nachdem er nach dem 1:1 gegen Gladbach die Rückendeckung nicht mehr versprach folgte nun  der logische nächste Schritt: 

Der im Sommer von Elversberg gekommene Coach muss gehen. Nur kurz zur Einordnung: Der letzte Sieg war gegen Wolfsburg gewesen, Spieltag 10, 7. November, Bonifaces skurriler Assist. Da kommen Erinnerungen hoch. Aber halt auch Erinnerungen von Ereignissen, die länger her sind. Seitdem befand sich Werder im Abwärtsstrudel, nachdem es davor relativ gut aussah. Der SVW hatte einen schweren Start in die Saison, flog im Pokal und bekam bei der SGE eine 4:1 Klatsche. Der Punkt gegen Leverkusen war essentiell, denn so konnte die Stimmung zum Positiven gewendet werden. Nachdem Werder sein schwieriges Startprogramm überwunden hatte (erste fünf Spieltage SGE, B04, Freiburg, Bayern) kamen auch die ersten Erfolge und die Grün-Weißen befanden sich in einer guten Phase: Fünf Spiele in Folge ohne Niederlage, dabei drei Siege und zwei Unentschieden. Der letzte Sieg in dieser Phase war gegen Wolfsburg. Und es sollte unter Horst Steffen der letzte sein. Denn danach ging vieles schief bei den Hanseaten. Man gewann nicht mehr, verschenkte Führungen, verlor das so immens wichtige Nordderby und bekam z.B. vor Weihnachten gegen den VfB eine Klatsche. Nach der Pause verlor man beim BVB, was in der aktuellen Phase ok ist und verschenkte dann den Sieg gegen Frankfurt. Man drehte das Spiel nach 1:2 Rückstand mit einem starken Endspurt, konnte den Sieg aber nicht über die Zielgerade bringen und fing sich noch ein Gegentor. Wer weiß, was gewesen wäre, hätte Werder gewonnen. Aufbruchsstimmung, vielleicht wäre nun Horst Steffen noch da. Hätte, hätte, Fahrradkette. Anstatt es dann im nächsten Spiel besser zu machen verlor man in Leverkusen und zuhause gegen die TSG, trotz 40-minütiger Überzahl. Und nun zuletzt das Endspiel von Horst Steffen gegen Gladbach, wo für die mittlerweile abstiegsbedrohten Bremer ein Sieg hersollte, erst recht gegen den Konkurrenten. Werder holte, spät durch Keke Topp, immerhin einen Punkt, den Trainer rettete dies aber nicht. 

Woran lag es? Zum einen ist nicht immer der Trainer Schuld, die Verantwortlichen verpassten es, einen richtigen Stürmer zu holen. Milosevic ist noch nicht richtig angekommen (sein Tor gehörte zu 80 % Romano Schmid), Njinmah und Grüll nicht richtige Mittelstürmer,  die beiden fühlen sich viel mehr auf der Außen wohl. Und das Hauptproblem beim SVW ist nun mal Tore zu schießen und sich für den Aufwand zu belohnen. Und wenn das nötige Personal nicht da kann auch der Trainer nichts machen. Zur Wahrheit gehört auch, wodurch Steffen auch in die Kritik der Fans geriet, dass er trotz weniger Erfolg an der Dreierkette festhielt und trotz des Faktes, dass immer, wenn 10-Millionen Mann Mbangula auf dem Platz war, Werder mehr Gefahr ausstrahlte, den Belgier immer auf der Bank sitzen ließ und ihn maximal ab Minute 70 reinschmiss. Das Mbangula dann aufgrund der verbliebenen Zeit nicht immer zaubern kann ist logisch. Gegen Frankfurt aber reichten ihm 20 Minuten für einen sensationellen Freistoß, den Stage per Kopf verwerte und einen riesen Ball auf Schmid, der dann auf Milosevic ablegte, der nur noch einschieben musste. Nächste Woche Startelf? Pustekuchen. Horst Steffen hielt an dieser Aufstellung fest. Er hatte zuvor sein bewährtes 4-2-3-1 aufgegeben, obwohl das mit dem Kader wahrscheinlich sogar besser gepasst hätte und man damit auch Erfolg hatte. Umso verwunderlicher, dass er daran festhielt. Er schaffte es zudem nicht mehr, für Aufbruchsstimmung in der Mannschaft zu sorgen, die Euphorie war längst verschwunden. 

In der offiziellen Meldung von Werder Bremen hieß es, dass nun die bisherigen Co-Trainer Raphael Duarte und Christian Groß interimsweise übernehmen, bis ein neuer Trainer gefunden ist (einen Kandidaten hat Werder doch nicht, Idee von Kick: Marco Rose, hat sich als Werder-Fan "geoutet", guter Trainer, RB will eine Million Ablöse, bezahlbar für Werder. Einziger Knackpunkt: Gehalt?). "Es war eine schwere Entscheidung, aber wir haben nicht mehr die Überzeugung, dass Horst den Turnaround nach dieser langen Serie ohne Sieg gemeinsam mit der Mannschaft schaffen wird. Diese Erkenntnis wiegt natürlich schwer, gerade weil wir Horst sehr schätzen, aber sie ist das Ergebnis aus der Analyse der sportlichen Situation und den Gesprächen, die wir zuletzt geführt haben. Daher haben wir entschieden, Horst freizustellen", so Clemens Fritz. Horst Steffen Bilanz spricht aber leider auch für keine erfolgreiche Zeit: 4 Siege, 7 Unentschieden, 9 Niederlagen. Insgesamt ein Punkteschnitt von unter 1, das gab es zuletzt beim SVW in den 70ern. 

Viele Werder Fans reagieren mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf die Entlassung: Horst Steffen war ein sympathischer Trainer, doch sportlich macht es Sinn und es war längst überfällig. Doch die meisten sagen auch, dass dies erst der Anfang war. Viele fordern den Rauswurf von Fritz und Niemeyer, Fritzmeyer, die aus Sicht der Werder Fans auch für den sportlichen Misserfolg zu verantworten sind. Schwache und ausbleibende Transfers (Dinkci, der zum SVW wollte, nicht geholt (nun beim FCH), zudem der Skandal um die Leihen, wo Fritz nicht wusste, wie viele Spieler man ausleihen darf und ihn letztlich Transfermarkt.de informieren musste, heizten die Stimmung um die beiden auf. Denn nicht immer der Trainer ist Schuld, doch Horst Steffen ist jetzt weg. Die Frage ist, ob Fritzmeyer auch gehen müssen, oder ob nur Horst Steffen intern verantwortlich gemacht wird und nun unter der Leitung von Fritz und Niemeyer nach einem neuen Trainer gefahndet wird. Fragen über Fragen, die Werder beschäftigen. Die Größte: Wie geht es weiter? Werder, mittlerweile 15, befindet sich unbestritten im Abstiegskampf, doch finden die Verantwortlichen einen Trainer, der den Abwärtstrend stoppen kann und Werder wieder in sichere Gefilde bringt? Das werden die nächsten Tage und Wochen zeigen. 

LW, 01.02.2026