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Wolfsburg entlässt Trainer Bauer- Hecking übernimmt
Beim VfL Wolfsburg kriselte es seit Wochen. Mittlerweile Platz 17, gleichbedeutend mit einem direkten Abstiegsplatz, kein Sieg in der Rückrunde. Nun setzten die Verantwortlichen bei Trainer Daniel Bauer eine Deadline. Gewinnt er im richtungsweisenden 6-, fast sogar 9-Punkte Spiel gegen den Hamburger SV, darf er bleiben. Falls nicht, wird die Reißleine nach langer Geduld mit dem 43-Jährigen gerissen. Nun ist es dies eingetroffen. Daniel Bauer wurde entlassen, mit ihm auch Geschäftsführer Peter Christiansen. Wolfsburg holte nämlich nicht mal einen Punkt, sondern verlor sogar im Spiel mit drei Elfmetern 2:1. Kein Aufbäumen, die Fans hatten am Anfang Support versprochen, dieses Versprechen auch lange gehalten, doch am Ende resigniert. Zudem kam nach Spiel die Botschaft in der Kurve: "Chance vertan- Rückhalt verspielt". Zudem verbrannten die Fans Schals ihrer eigenen Mannschaft, es entstand im Zwischenraum ein größeres Feuer. Auch auf dem Platz lagen die Nerven blank, während die HSV-Spieler einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt bejubelten waren natürlich auch die Wolfsburger Spieler angefressen. Es entstand eine Rudelbildung, es wurde geschubst, geschimpft, letztlich bekam VfL-Ersatzkeeper Marius Müller die Rote Karte. Die Nerven liegen blank in Wolfsburg.
Wer soll die Wolfsburger jetzt noch retten? Laut Kicker-Informationen übernimmt nun Dieter Hecking, zuletzt beim VfL Bochum, das Amt. Es wäre damit seine zweite Amtszeit als Wolfsburg-Trainer. Vier Jahre war er bei den Wölfen Trainer, er gewann 2015 den DFB-Pokal und den Supercup, er wurde dann 2016 entlassen. Nun kehrt er zurück. Christiansen ersetzt bisher keiner, Pirmin Schwegler rückt nun vermehrt in den Fokus und übernimmt mehr Verantwortung beim abstiegsbedrohten Wolfsburg, die den ersten Bundesliga-Abstieg der Vereinshistorie verhindern wollen. Ob das mit Hecking, der schon öfters als Feuerwehrmann kam, gelingt, ist die andere Frage.
Denn Baustellen gibt es viele. Wolfsburg hat von der Einzelqualität einen guten Kader mit vielen "Stars", doch eine richtige Mannschaft ist es nicht. Viele, die den VfL als Sprungbrett nutzen, gemixt mit vielen jungen Spielern und nur wenige Routiniere. Nun muss Hecking einen Zusammenhalt, eine Chemie in der Mannschaft hinkriegen und Feuer entfachen. Den Ernst der Lage, so wirkt es, haben die Spieler erst gegen den HSV begriffen. Doch gegen den Aufsteiger verlor man nun auch, heute spielen noch Werder und St. Pauli, der Relegationsplatz und das rettende Ufer könnten im schlimmsten Fall heute Abend vier Punkte entfernt sein.
Eigentlich war Daniel Bauer nach der Entlassung von Paul Simonis (10. Spieltag, 2:1 gegen Werder, 7.11.25) gut gestartet, wurde dann im Dezember mit dem Amt des Cheftrainers als eigentlich dauerhafte Lösung belohnt. Nach einem verpatzen Debüt (1:3 zuhause gegen Bayer 04) holte man aus drei Spielen sieben Punkte (1:1 in Frankfurt, jeweils 3:1 Siege gegen Union und Gladbach) und war dann am 14. Spieltag Tabellen-13. Zum Jahresabschluss dann aber ein bitteres 3:4 gegen Freiburg, doch sportlich insgesamt von den Ansätzen ein einigermaßen versöhnliches Jahresende. Doch in 2026 lief so gut wie gar nichts mehr zusammen. Nach einer 8:1 Abreibung in München gewann man zwar gegen Pauli (2:1), doch kam gegen den Konkurrenten, Heidenheim, zuhause nicht über einen Punkt hinaus. Anstatt das der späte Ausgleich von Jenz mehr Schwung brachte, passierte genau das Gegenteil. Wolfsburg fiel in eine Krise. Bauer und seiner Mannschaft fehlte der nötige Wille, Biss und Energie. Aus den letzten sieben Spielen verlor man sechs (nur ein 2:2 gegen RB), nun die logische Folge, die Trennung. Vielleicht sogar zu spät. Der blasse Bauer am Seitenrand konnte nichts bewirken, sein Starensemble trudelte Richtung zweite Liga. Diesen Trend muss nun Dieter Hecking beenden und in der Autostadt das Ruder umreißen. Ob dem 61-Jährigen dies gelingt, ist eine andere Frage. Der im September entlassene Bochum-Coach, der den Abstieg nicht verhindern konnte und auch zum Start der 2. Bundesliga mit dem VfL patzte, wird nächste Woche Samstag (15:30 Uhr) ins kalte Wasser geworfen: Denn für die Wolfsburger geht es zum Champions-League Aspiranten aus Hoffenheim.
LW, 08.03.2026