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DFB-Pokal

Finale:

Eine Analyse von LW:

Kane überragt: Bayern gewinnen gegen Stuttgart den DFB-Pokal
Der FC Bayern kann es doch noch: Nach sechs Jahren ohne Pokal-Titel hat sich der Rekordmeister wieder den DFB-Pokal gekrallt. Spieler des Spiels war definitiv Harry Kane, der mit seinem lupenreinen Hattrick innerhalb von 37 Minuten die Münchner wirklich im Alleingang zum Titel führte. Damit hat der Engländer die meisten Tore in einer Saison seit 2014/15 erzielt. Denn Kane gelangen genauso viele Tore in einer Saison in allen Wettbewerben wie keinem geringeren als Cristiano Ronaldo: 61 Treffer. Kane ist damit wirklich auf Kurs Ballon d´or. Verläuft die WM für England und den 32-jährigen selbst mindestens Mal gut sollte ihm diese Trophäe nicht mehr zu nehmen lassen. Und für Kane ist es im dritten Jahr in München das erste Double. Im ersten Jahr gab es keine Trophäe, im zweiten die Meisterschaft, nun das Double. Wenn man der Logik folgt müsste nun also die Königsklasse an der Reihe sein. Mit dieser Mannschaft ist das definitiv drin. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass sich dieses Starensemble lange Zeit gegen starke Stuttgart schwer tat. Das Tor von Kane war dann der Dosenöffner.


Den der erste Abschnitt gehört definitiv dem Team von Sebastian Hoeneß. Die Münchner kamen mit dem hohen Pressing kaum zurecht, tolle Einzelspieler wie Diaz und Olise, die durch ihre starke Dribblings bestechen, hatten kaum Platz, im Notfall wurden sie zu Fall gebracht. Kane ließ sich wie gewohnt mal auf die Sechs, mal sogar in die letzte Reihe fallen um das Aufbauspiel der Münchner anzukurbeln. Doch Chabot nahm das Decken des Weltklasse-Stürmers sehr ernst und folgte ihm sogar bis dort. Defensiv standen aufmerksamen verteidigende Stuttgarter stabil, offensiv setzten sie mit dem auffälligen Mittelstädt, dem wendigen Führich und dem bulligen Demirovic ihre Nadelstiche, auch Mittelfeldmotor Stiller und der falschen Neun Undav bekam der FCB lange nicht in den Griff. So konnte der FCB mit dem 0:0 zur Pause noch relativ zufrieden sein.


Nach der Pause musste also eine Reaktion her: In dem Nebel von Berlin, beide Ultra-Kurven hatten neben starken Choreos zu Beginn mit einer Pyroshow die zweite Halbzeit eingeläutet, versuchten die Münchner das Spiel zu kontrollieren. Daraus resultierte am Anfang ein ruhigeres Spiel als fast aus dem Nichts dann die Führung fiel: Olise hatte durch einen schnell ausgeführten Freistoß von Kimmich zum ersten Mal ein wenig Freiraum, zog gegen Hendriks Richtung Grundlinie, flankte, in der Mitte wurde Kane zu frei gelassen, Flugkopfball- 1:0 für die Bayern (55.). Der Anstoß nach der Führung ließ fünf Minuten auf sich warten, die Sichtverhältnisse waren nochmal schlechter geworden. Und danach waren auf einmal die Bayern voll da. Sie kontrollierten das Spiel, hatten den Ball in ihren eigenen Reihen, Stuttgart bekam diesen Dauerdruck nicht mehr durchgehend hin, offensiv wurden sie von wachen Münchnern abgemeldet. Und auch hinten standen sie nicht mehr so stabil, denn wenn die Bayern einmal ins Rollen kommen... Laimer verpasste in Minute 61 gar den Doppelschlag (sein Abstauber flog hoch am Tor vorbei). Danach wurde es ruhiger, die Bayern hatten in der zweiten Halbzeit die gewollte Kontrolle bekommen, nicht viel sah nach einem Ausgleich aus, doch das 1:0 war immer noch ein knapper Spielstand. Es gab Wechsel auf beiden Seiten, unteranderem musste auf Seiten der Stuttgarter Jaquez angeschlagen raus, bei den Bayern bekam Lennart Karl eine gute Viertelstunde. In Minute 80 gab es dann aufgrund der Spielanteile im zweiten Durchgang die verdiente Vorentscheidung: Kane verpasste erst aufgrund des Lattenkreuzes das Tor des Monats, doch der FCB blieb dran, über Kane landete der Ball links im Strafraum bei Diaz, der fand zentral Kane, der sich gefühlvoll und weltklasse um seinen Gegenspieler drehte und dann überlegt ins Eck schob. 2:0 für die Bayern, das Spiel war so gut wie entschieden. Hoeneß wechselte dreifach, wollte offensiv neuen Schwung reinbringen. Doch der Rekordpokalsieger war dem Dritten näher als der VfB dem Ersten, dieses fiel dann auch: Flanke Olise, Handspiel Stiller- Elfmeter. Kane trat an, war wie immer eiskalt und machte den Pokalsieg und seinen Hattrick perfekt (90+2).


3:0 war auch der Endstand. Die Bayern zeigen nach einer schwachen ersten Hälfte eine starke Reaktion, Kane avanciert zum vierten Dreierpacker in einem DFB-Pokal Finale und der FCB sammelt im letzten Spiel von Leon Goretzka seinen 21. Pokal-Titel ein. Stuttgart kann diesen nicht zum zweiten Mal in Folge einsammeln, kann aber aufgrund des Finaleinzuges und der Qualfikation für die Königsklasse als Tabellenvierter trotzdem mehr als zufrieden mit der Saison sein.


LW, 24.05.2026