Spanien
Die Peinlichen?
Was ist los bei Real Madrid?
Real Madrid liefert aktuell Schlagzeilen, im Moment jedoch ausschließlich negative. Wie die
“Königlichen” sich ihren Ruf versauen. Ein Kommentar über den Umgang des 15-maligen
CL-Siegers mit Trainern, Spielern und Schiedsrichtern, der einen neuen Höhepunkt erreicht
hat, so ausführlich wie nie zuvor.
Unsere Reise beginnt am 28.10.2024. Der Tag der Ballon d´Or Verleihung. Als
amtierender CL-Sieger leistet sich Real einen unverzeihlichen Fehler. Nachdem die ersten
Spatzen von den Dächern pfeifen, dass Rodri den Ballon d´Or gewinnt und nicht Real-Profi
Vini, entscheiden sich die Madrilenen dazu, der Veranstaltung fern zu bleiben. Selbst eine
Übertragung im Klub-TV wird gestoppt. Und das obwohl der damalige Trainer Carlo Ancelotti
Trainer des Jahres, Real Madrid selbst Mannschaft des Jahres und Neuzugang Mbappe
(jedoch für seine Verdienste bei PSG und der EM) die Gerd-Müller-Trophäe gewann. Man
hatte sich einem Spieler unterworfen als Real Madrid.
Am 26.04.2025, einen Tag vor dem spanischen Pokalfinale, bricht Schiedsrichter Ricardo
de Burgos Bengoetxea auf der Pressekonferenz in Tränen aus. Grund? Der TV-Sender von
Real Madrid hatte den Basken scharf kritisiert und mit der Auswertung von Siegquoten von
Erzrivale Barca und Real Madrid selbst unter Leitung von de Burgos Bengoetxea, sowie
dem Fakt, dass er noch nie ein CL-Spiel oder ein Spiel bei einem Turnier der FIFA gepfiffen
hatte argumentiert. Der öffentliche Druck wurde dann zu groß und so kam es zum
emotionalen Zusammenbruch. Real boykottiert Termine vor dem Spiel, es gibt sogar
Gerüchte, dass die Königlichen das Spiel gänzlich absagen werden. Schon im Februar 2025
hatte Real Madrid Schiedsrichter ähnlich hart angegangen, was sogar zu Morddrohungen
gegen einen Schiedsrichter geführt hatte.
22.09.2025, Real Madrid fehlt trotz drei nominierten Spielern (Bellingham, Mbappe, Vini)
schon wieder bei der Ballon d'Or Verleihung. Man hat den Schock vom letzten Jahr immer
noch nicht verkraftet. Auch der Fakt, dass jetzt auch die UEFA bei der Gala mit im Boot sitzt,
stört die Verantwortlichen der Königlichen, schließlich sind die Fronten zwischen beiden
Parteien nach dem Streit um die Super League immer noch verhärtet.
13.01.2026, nach nur einem halben Jahr trennen sich die Wege von Real Madrid und
Xabi Alonso einvernehmlich, mit großen Vorschusslorbeeren aus Leverkusen verpflichtet im
Sommer 2025, mit immer noch realistischen Chancen auf das Triple. Der Eklat bei der
Pokalübergabe nach dem Finale des spanischen Supercups, bei dem Führungsspieler
Mbappe und Trainer Alonso öffentlich gravierende Meinungsverschiedenheiten aufgezeigt
haben, zeigte klar, dass die Mannschaft nicht mehr hinter ihrem Cheftrainer steht. Und so
trennen sich die Wege einvernehmlich.
Ein Armutszeugnis für Real Madrid? Ein ehemaliger Madrilene, Santiago Canizares meinte
zur Krise der Madrilenen folgendes: “Man hat sich Vinicius ausgeliefert an dem Tag 2024,
als Florentino Perez entschied, keine Delegation zur Ballon-d’Or-Gala nach Paris zu
schicken, weil Vinicius nicht gewonnen hatte. Dass Mannschaft und Trainer ausgezeichnet
wurden, war Perez egal“. Weiter führte er gegenüber dem Kicker aus: „Die Außenwirkung
war fatal, marketingtechnisch, organisatorisch war das ein Riesenfehler. Man stellte die
Interessen von Vinicius über die des Vereins, das war eine ganz, ganz schlechte
Entscheidung. Seitdem ist im Klub der Zusammenhalt nicht wie früher, es gibt mehr Egos,
mehr Hahnenkämpfe, mehr Uneinigkeit“
Auf jeden Fall muss Real Madrid wie auch beim 6:1-Sieg gegen Monaco in der CL
geschehen, nun wieder die altbekannte Selbstverständlichkeit, Brillanz und das gewisse
etwas Königliche, dass den 15-maligen CL-Sieger so einzigartig macht wieder vorweisen,
denn so wird die Saison vielleicht noch einen versöhnlichen, den Madrilenen würdigen
Abschluss erhalten. Nichtsdestotrotz ist auch bei Real Madrid niemand größer als der
Verein.
MMS, 21.01.2026