Die stillen Stars der vier Halbfinalisten
Frankreich, Spanien, England und Argentinien stehen im Halbfinale. Damit stehen auch die Stars wie Mbappé, Dembelé, Lamine Yamal, Pedri, Harry Kane, Jude Bellingham, Lionel Messi oder Julian Alvarez im Fokus. Doch es gibt auch Spieler, die nicht im Fokus stehen, aber im Laufe der WM unverzichtbar wurden. Wir haben euch für jede Nation einen Kandidaten rausgesucht.

Bei Argentinien dreht sich fast alles um Lionel Messi. Natürlich aufgrund seiner Rekorde und Zahlen (bester WM-Torschütze und Vorlagengeber insgesamt), doch dabei sollten andere Spieler nicht untergehen. Insbesondere nicht die Leistung von Lisandro Martinez. Auch wenn Argentinien schon ein paar Gegentore geschluckt hat, am 28-jährigen lag es nicht. Dieser ist zwar im perfekten Fußballer-Alter, hatte jedoch einen Kreuzbandriss. Doch er kämpfte sich genial zurück: Ein Tor, ein Assist gelangen ihm bereits, sein Treffer gegen Kap Verde in der Verlängerung war immens wichtig. Sonst überzeugt er mit seinem Kämpferherz, er ist ein Sinnbild für die Mentalität der Argentinier bei dieser WM. Diese Moral, die sich letztlich ins Halbfinale gebracht hat.

"It´s coming home"- England Fans werden bezüglich der WM sehr schnell träumerisch, aber auch sehr schnell kritisch. Doch dieses Mal steht man im Halbfinale, Coach Tuchel führte die Three Lions weit, doch das dank auch aufgrund seiner starken Defensive. Unteranderem sein starker Keeper: Über Jordon Pickford wird nicht viel geredet, doch er ist immens wichtig. Seit Jahren bei England die klare Nummer eins, obwohl er "nur" bei Everton spielt. Auf Pickford ist einfach Verlass. In sechs Spielen sammelte er derweil zwei weiße Westen ein, zweimal fing er nur ein Gegentor, jeweils gewann England mit 2:1. Unteranderem gegen Norwegen, der Sieg, der sie ins Halbfinale führte.

Wenn man an Spanien denkt, so denkt man schnell an die Offensivkünste der Südeuropäer und insbesondere an Lamine Yamal. Doch bei dieser WM ist er mehr die Defensivstärke der Schlüssel zum Erfolg. In den ersten fünf Spielen kein Gegentor, erst gegen Belgien musste Unai Simon hinter sich greifen. Das Halbfinal-Aus verhinderte es nicht. Und in der Defensive spielt neben dem jungen, hochgelobten Pau Cubarsi auch Aymeric Laporte eine wichtige Rolle: Er glänzt mit seiner Erfahrung, deswegen ergänzen sich der 32-jährige und der 19-jährige so gut. Obwohl es zwischendurch für Laporte in die Saudi-League ging, mittlerweile ist er wieder bei Bilbao, hat er es noch drauf: Starke Rettungstaten vor der Linie, ein Assist. Er spielt eine große Rolle für den Halbfinal-Einzug. Doch viel geredet wird darüber nicht.

Frankreich besteht aus einem Star-Ensemble: Die einzige Frage vor dem Turnier war ob das für Les Bleus zum Problem werden könnte. Fehlende Team-Chemie, man überschätzt sich: Nein, nein! Frankreich steht im Halbfinale und hat das einem auch bekannten (Ex-Gladbacher, 50 Mio Marktwert), Spieler, aber keinem Superstar zu verdanken: Manu Koné. Er wurde im Laufe des Turniers zum Stammspieler, in der Gruppenphase rotierte er noch zwischen Startelf und Bank. Doch das machte ihm nichts aus: Spielte er, performte er. Immer höchst konzentriert, er ließ Frankreich den Ausfall von Tchouameni ab der Ko.-Runde fast vergessen. Egal ob mit Rabiot oder eben Tchouameni, er überzeugt als Stratege im Mittelfeld, auch offensiv schaltet er sich mal ein. Neben Mbappé, Dembelé und der starken Verteidigung einer der Schlüssel für den Halbfinal-Einzug.
LW, 12.07.2026
